Empfehlung des Tages: ANGER – Moch die Augen zua
Dass Anger sprachlich begabt sind, haben sie bereits mehrfach bewiesen. So reicht das Spektrum ihrer Veröffentlichungen von Italienisch („Elba“) zu Deutsch („Das Meer“) über Englisch („(Find) Someone“) bis hin zum Südtiroler Dialekt („Highspeed“). Im Dialekt ihrer Heimat veröffentlichen Julian Angerer und Nora Pider nun ein ganzes Album. „Moch die Augen zua“ ist nun der erste Vorgeschmack darauf.
Der Track, der von Fabian Pichler produziert wurde, bewegt sich irgendwo zwischen Synth Pop, Soul und Lofi-Beats, klingt dabei aber ganz zart und lieblich. Die weichen Stimmen des Duos wiegen einen durch das Lied, denn im Gegensatz zu früheren Anger-Veröffentlichungen, verzichteten die beiden auf „Moch die Augen zua“ auf Autotune. Mit der Kombination aus sanfter Indie-Gitarre und Synths übermittelt dieses Klangbild eine gleichzeitige Nähe und Verlustangst, was sich auch in den Lyrics wiederfindet: „Uh ma babe du geasch direkt af mi zua / Uh ma babe und i moch die Augen zua / Leg meine kolten Hände auf mein Gsicht / Durch meine dunklen Augen sieg i nicht / Schaug zwischen meine Finger auf zu dir / Du geasch weck und i konn die verstian“.
Diesen sommerlichen Klang hat das Südtiroler Duo auch verbildlicht. In den kurzen Snippets zum Track, die vorab auf Instagram erschienen sind, sieht man saftig grüne Wiesen und strahlend blauen Himmel vor den Dolomiten – und genauso klingt der Song: strahlend, aber ohne zu blenden. Bei dieser Kombination kann man sich auf jeden Fall die Frage stellen, ob der Sommerhit 2025 aus Südtirol kommt!
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