Empfehlung des Tages: Annahstasia – Villain
Bevor jetzt jemand „I’m Outta Love“ in den Raum schmettert: Wir stellen hier die neue Single der in Los Angeles lebenden Sängerin und Songwriterin Annahstasia vor. Es geht also nicht um die Radio-Rock-Röhre Anastacia. No hate an dieser Stelle, aber Annahstasia finden wir im direkten Vergleich gerade auch ein wenig spannender. Zuerst fiel sie uns schon im letzten Jahr auf, als der stets geschmackssichere Musikjournalist und Podcaster Derrick Gee auf TikTok von ihr schwärmte. Nun gibt’s mit „Villain“ eine neue Singe – und bald ein Debütalbum: „Tether“ heißt es und erscheint am 13. Juni.
Annahstasia fand ihre Inspiration auf dem iPod ihres Onkels
Annahstasia Enuke, so ihr kompletter Name, hat eine von diesen Stimmen, die einem nur alle paar Jahre begegnen. Weich und tief zugleich, mal zärtlich sehnend, mal durchzogen von einer Weisheit, die man mit Ende zwanzig eigentlich noch nicht erlangen kann. Wer sie hört, denkt bald an ganz große Stimmen wie jene von Bill Withers, Nina Simone oder Janis Joplin. Musikalisch changiert Annahstasia dabei zwischen Folk, Blues und Neo-Soul. Tatsächlich waren es unter anderem diese klassischen Genres, die ihr eigenes Schaffen prägten: Als 14jährige bekam sie von ihrem Onkel einen schon befüllten iPod geschenkt, auf dem unter anderem eine umfangreiche Anthologie von Soul-, Blues- und Folk-Songs zu finden war. Annahstasia brachte sich damit das Wichtigste bei und traute sich schon wenig später, eigene Songs zu schreiben und im DIY-Style aufzunehmen.
Video aus der schwarzen Rodeo-Community
Mit „Villain“ gibt’s nun die erste Single aus dem kommenden Debütalbum. Ein ruhiger, fast meditativer Song, der Annahstasias Stimme in den schönsten Farben flimmern lässt. Begleitet wird „Villain“ von einem spannenden Video von Regisseur Adam Davis. Er zeigt die Songwriterin inmitten der schwarzen Rodeo-Community in Tulsa und Oklahoma. Annahstasia erklärt die Verbindung zum Song so: „Als ich auf der Suche nach einer passenden Visualisierung war, sah ich ständig laufende Pferde vor mir. Ich sehnte mich sehr nach dieser Art von Freiheit, die sie verkörpern. Die Freiheit, die sich einstellt, wenn man von der Angst befreit ist, was andere von einem denken. Sie erlaubt es dir, zu wachsen und freundlicher zu werden. In all meinen Liedern verarbeite ich die vielen Facetten meiner persönlichen Erfahrungen. Deshalb habe ich Adam und seine Gemeinschaft gebeten, mir zu helfen, eine Geschichte über das Lernen zu erzählen. Denn um wirklich zu lernen, müssen wir unser Ego ablegen, und Lernen ist das Vehikel der Fürsorge. Liebe ist immer Lernen. Ich hatte das Gefühl, dass dies die beste Analogie war, um die Themen des Liedes anzusprechen. Ich bin der Rodeo-Gemeinschaft von Tulsa so dankbar, dass sie so freundliche Lehrer sind und mich so herzlich aufgenommen haben. Es ist eine so schöne Facette unserer Kultur, in die ich eintauchen durfte.“
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