Empfehlung des Tages: Antje Schomaker – Lost Indieboy
Mal Hand aufs Herz: Ich glaube alle von uns haben schon mal versucht, in irgendeiner Art und Weise „indie“ zu sein – zumal das ja heutzutage so ziemlich alles heißen kann und auf sehr vieles draufgeklatscht wird. Egal also, ob man sich eine Analogkamera kauft oder die Mate-Flasche aus dem Jutebeutel holt, das kann jeder und jedem mal passieren. Schwierig wird es für Antje Schomaker allerdings, wenn sich jemand in diesem Hipster-Image verliert und nicht erwachsen wird – wie sie in ihrem Song „Lost Indieboy“ erzählt.
Gefangen in Peter Pans Nimmerland
Der Titel ist dabei eine bewusste Referenz auf die „Lost Boys“ aus der Peter Pan-Geschichte: Kinder, die immer Kinder bleiben wollen und es deshalb auch für immer sind. Diese emotionale Unreife kennzeichnet auch den von Antje beschriebenen „Indieboy“: Ernsthafte Beziehungen kann er nicht führen und ghostet direkt alle, bildet sich aber schön etwas auf sein ach so alternatives Aussehen und seine Indie-Songs ein. Und selbst wenn bei Antje das Helfersyndrom anspringt, um dem verlorenen Jungen dabei zu unterstützen, sein Leben auf die Kette zu kriegen, weiß sie: Keine gute Idee. „Ich muss dich nicht reparieren, das überlass ich dir / Meld‘ dich erst wieder bei mir, wenn du im Reinen bist mit dir“.
Ein paar Indie-Rock-Anleihen, wie von den Bands, die auf den T-Shirts des Boys anzutreffen sind, finden sich auch in den Gitarren des Songs. Doch mit der ausgelassenen Melodie der Hook wird der Track in eine astreine Power Pop-Nummer verwandelt. Ebenfalls empfehlenswert: Das Musikvideo, in dem ein als Peter Pan verkleideter Bubi mit den wichtigsten Hipster-Accessoires aus dem Teleshopping ausgestattet wird: Von der Perlenkette über die Beanie bis zum Espressokocher.
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