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Empfehlung des Tages: Ão – Orgulho

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Ão (ausgesprochen wie „meow“ ohne das „me“) ist ein Quartett aus Belgien, das sich musikalisch nicht eindeutig einordnen lässt – im besten Sinne. Denn die Band steht für eine Fusion aus Electronica, Art-Pop, Saudade und alternative Latin. Die Single „Orgulho“ vereint all diese Elemente und ist Teil des neuen Albums „Malandra“, das die vier Musiker:innen am 13. Februar 2026 veröffentlicht haben.

„Orgulho“ bedeutet aus dem Portugiesischen übersetzt „Stolz“. Die Bedeutungen, die Ão musikalisch transportieren, sind vielschichtig: So handelt der Song vom Wunsch, auf sich selbst stolz zu sein, aber auch davon, dass andere stolz auf einen sind. Es geht einerseits um den Stolz auf die eigene Herkunft und Familie – andererseits um einen ungesunden Stolz, der Beziehungen im Weg steht. Im Refrain heißt es: „Orgulho, orgulho, orgulho, orgulho. Gostaria de ser aquilo que tu es. Orgulho, orgulho, orgulho, orgulho.“ „Stolz, Stolz, Stolz, Stolz. Ich möchte so sein wie du. Stolz, Stolz, Stolz, Stolz.“

Ão: Vielseitige Klänge und starke Visuals

In „Orgulho“ trifft Corijns ruhige Stimme auf das gezupfte Gitarrenspiel von Bandmitgliedern Siebe Chaus und Jolan Decaestecker. Elektronische Texturen, Glöckchen und dezente Rasseln ergänzen den Klang, dazu kommen zurückhaltende Percussions von Bert Peyffers. Gegen Ende verdichten sich die Instrumentals, Streicher setzen ein, bevor der Song in ein leises Outro mündet. Im Video zu „Orgulho“ wird klar, was es bedeutet, wenn der Stolz Überhand nimmt. Wir sehen Brenda und die Band um einen Esstisch versammelt. Sie werfen einer älteren Frau, vielleicht soll sie eine Mutter darstellen, feindliche Blicke zu. Düstere Farben und die kühle Mimik erzeugen eine angespannte, melancholische und frostige Atmosphäre in der die Luft zum Schneiden dick wirkt.

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Ihr Debütalbum „Ao Mar“ erschien 2023 und brachte Ão internationale Aufmerksamkeit sowie eine erste Tour ein. Daran möchte die Band mit „Malandra“ anknüpfen. Im Vergleich zum Debüt ist der Sound der 13 Songs komplexer. Dafür experimentierte die Band unter anderem mit Gitarren wie Charango und Tiple sowie mit einer Cuíca-Trommel. Frontfrau Brenda Corijn singt hier überwiegend auf Portugiesisch, nur „Aren’t You Tired“ hat einen englischen Text.

Im kreativen Prozess arbeitete das Quartett fragmentarisch: Geschrieben wurde das Album nicht im Studio, sondern zwischen Tourstopps. Die „Malandra“ führt als Protagonistin durch das Album. So bezeichnet der portugiesische Begriff eine Frau, die mit Humor, Intelligenz und Charme selbstbestimmt lebt, zugleich aber auch täuscht, manipuliert und verführt. Diese Vielschichtigkeit dürfte sich auch live entfalten und macht neugierig darauf, wie Ão die Songs von „Malandra“ auf der kommenden, internationalen Tour umsetzen werden.

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