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Empfehlung des Tages: Augn – Vatertag

Posted in: News
Tagged: Augn

„Was darf man eigentlich noch???!!“ Eine Frage, die man heutzutage gefühlt immer öfter hört – ob in wütenden Facebook-Kommentarspalten oder am Stammtisch der alteingesessenen Dorfkneipe. Und auch eine Frage, die das Duo Augn uns in „Vatertag“ ins Gedächtnis prügeln, der neusten Single aus ihrem Debütdoppelalbum „Du wirst sehen“ / „Grauer Star“.

Aber keine Sorge: Hinter den mysteriösen Augn stecken keine Boomer, die sich über die Verweichlichung der Gesellschaft aufregen. Sondern zwei anonyme Typen, die ihre ironisch formulierten Beobachtungen in wütenden, experimentellen Rap-/Post-Punk-Songs herausbrüllen. Der Spiegel nennt sie dafür die „deutschen Sleaford Mods“ und man kann den Vergleich durchaus verstehen: Minimalistische Beats treffen auf Raps, die sich eher in Rage reden als rhythmisch geflowt werden – nur dass die Mods sich nicht mal geschwind eine Strumpfhose über den Kopf gestülpt haben.

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Fragwürdige Feierei

Zurück zum „Vatertag“, schließlich wird der ja auch heute gefeiert. Wie man den eigenen Vater an diesem besonderen Tag ehrt, variiert natürlich nach eigenen Präferenzen, aber für manche heißt das: Ein zünftiges Vater-Sohn-Besäufnis und endlich mal ein Tag, an dem man sich ungehemmt der toxischen Männlichkeit und veralteten Geschlechterrollen hingeben kann! Damit eignet sich der Vatertag auch als passendes Beispiel, um im Song die Leute zu skizzieren, die sich eben darüber aufregen, dass man ja nichts mehr dürfe.

Über einen rudimentären Drum-Beat, unheilvolle Synth-Akzenten und einer punkigen Bassline werden dann Zeilen gedonnert wie „Dann mit den Jungs über die freien Landstraßen / Und über die Felder mit AC/DC auf voller Lautstärke / Endlich mal wieder ein Mann sein“ oder „Spanferkel, gefüllt mit Rind / Wie geil! / Fleisch mit Fleisch / Da weiß ich wieder, was ich bin“. Im sehenswerten Musikvideo fährt der hinter einer Schweinemaske versteckte Sänger im Auto genüsslich über die eben genannte Landstraße – oder eher: Er wird gezogen, vom als Frau verkleideten Bassisten. Eine augenzwinkernde, aber hitzige Karikatur des Patriarchats, die man so schnell nicht vergisst. Schönen Vatertag allerseits!

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