Empfehlung des Tages: Beartooth – „Eyes Closed“
Kaum eine Band hat die Gratwanderung zwischen brachialer Härte und emotionaler Offenheit in den vergangenen Jahren so konsequent gemeistert wie Beartooth. Mit „Eyes Closed“ legen Caleb Shomo und Co. jetzt die nächste Single ihres kommenden Albums „Pure Ecstasy“ vor – und zeigen einmal mehr, dass Metalcore am stärksten ist, wenn er seine Mauern einreißt.
Musikalisch bleibt der Track unverkennbar Beartooth: wuchtige Riffs, explosive Screams und ein Refrain, der sich schon nach dem ersten Durchlauf festsetzt. Inhaltlich geht es um den Moment, in dem sich das Leben schneller verändert, als man selbst hinterherkommt. Statt einfache Antworten zu liefern, kanalisiert Shomo Angst, Überforderung und Zweifel in knapp dreieinhalb Minuten kontrolliertes Chaos. „Es war ein unglaubliches Gefühl, alles herauszuschreien und loszulassen“, sagt der Frontmann über den Song, der gemeinsam mit Produzent und Songwriter Jordan Fish entstanden ist.
Dass Fish – bekannt für seine Arbeit mit Bring Me The Horizon – erstmals so intensiv am kreativen Prozess beteiligt war, hört man „Eyes Closed“ an. Der Song klingt größer, dynamischer und öffnet den Beartooth-Sound behutsam für neue Facetten, ohne die kompromisslose Energie der Band zu verlieren. Genau darin liegt die Stärke der neuen Ära: Nach dem Erfolg von „The Surface“ müssen Beartooth niemandem mehr beweisen, dass sie Hallen füllen können. Stattdessen nutzen sie ihren Erfolg, um verletzlicher zu werden als je zuvor. „Eyes Closed“ ist deshalb mehr als nur der nächste Metalcore-Banger – es ist ein Versprechen darauf, dass „Pure Ecstasy“ das bisher facettenreichste Kapitel der Band werden könnte.
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