Empfehlung des Tages: Bella – „fehler“
Vor der Line „Ich zeig dein Insta und hate“ konnten wir uns in diesem Frühjahr im Feed kaum retten. Den Hype von TikTok zu Tiktok maximieren, dass man es kaum abwarten kann, die Single „drüber“ beim Release endlich in den eigenen (digitalen) Händen halten zu können, ist eine Kunst für sich. Die Wienerin Bella beweist damit nicht nur Marketing-Gespür, sondern zählt aktuell zu den vielversprechendsten deutschen Stimmen. Mit „fehler“ legt die Künstlerin heute gleich nach.
Toxisch-sein steckt an
Und gewissermaßen wird das Exfreund-Drama aus „drüber“ in „fehler“ nochmal potenziert. Wir erinnern uns: Bella war „aufm Weg zu den Girls“ um zu „lästern“ über sein „Glow-down“, aber musste bitter im Refrain zugeben, sie sei nur „drüber, nicht drüber weg“.
Die Prokrastination der eigenen toxischen Gefühle führt jetzt ironischerweise zu jenem Selbstverhalten, dass Bella am Ex noch kritisierte: „Ich hab das von dir gelernt, steck meinen Kopf in den Sand / Alle Red Flags ignorieren, hab mich selbst nicht erkannt“.
Auch auf musikalischer Ebene hat Cato, der Haus- und Hofproduzent Ansus, das Sequel mal wieder auf den Punkt produziert. Während auf „drüber“ die eigene Realitätsflucht noch mit treibenden Drums und dreamy Synthies kompensiert wurde, bringt jetzt vor allem der Bass die „fehler“ zu Tage. Doch auch während Bella „ich bin jetzt selber jemand, den man so nicht lieben kann“ singt, wird man das Gefühl nicht los, sich selbst vor allem von der Seele tanzen zu wollen.
So ging es sicherlich auch jenen Fans der Lena & Linus Tour diesen März. Bella spielte gleich in vier Städten Support und bewies damit mit gerade mal drei releasten Singles bereits ihre Live-Qualitäten. Im April geht es schon weiter als Mathea-Support in Wien und Berlin und dem ersten eigenem Festivalgig beim c/o POP in Köln. Wir bleiben jedenfalls dabei: Wer noch nicht auf den Bella-Hypetrain aufgesprungen ist, sollte dies schleunigst tun.
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