Empfehlung des Tages: Benjamin Amaru – Waiting
Für sehnsüchtigen, leicht melancholischen Indie-Pop sorgt seit einigen Jahren der Schweizer Musiker Benjamin Amaru – da bildet auch seine erste Single dieses Jahres keine Ausnahme. „Waiting“ handelt im wahrsten Sinne des Wortes vom Warten – und zwar dem bittersüßen Warten darauf, dass sich die Dinge im Leben von selbst verändern und eines Tages das Hamsterrad zum Stillstand kommt. Nur dass das Leben so leider nicht funktioniert.
„Can you imagine how it is to float /Without grip /No hold” – so machtlos und gefangen in den alltäglichen Routinen fühlt sich das lyrische Ich in dem eingangs untergründigen Track. Lediglich einer Gitarre mit sich wiederholenden Tonabfolgen gehören die ersten Sekunden des Tracks – ausreichend, um die melancholische Grundatmosphäre des Tracks aufzumachen. Wenig später setzt dann die tiefe Stimme des Sängers ein, die mit der Zeit von Backing-Vocals und schillernden Synthesizern ergänzt wird. Diese transformieren die anfängliche Stimmung in ein Aufbruchsgefühl, dass mit jeder Hook größer und größer wird.
Gemäß der Lyrics gleich zu Beginn des Tracks, sitzt Benjamin Amaru auch im zugehörigen Video erstmal verloren vor der Haustür in der Dunkelheit, resigniert und lustlos. Die Antriebslosigkeit in den Zeilen „I was waiting outside, by the door /In front of my house /I don’t even know what for” wandelt sich aber im Laufe des Videos in sprühende Energie, mit der Benjamin Amaru vor dem Haus rasend wird und Blumen zerrupft und Post umherwirft. Am Ende des Video öffnet sich dann nach großem Gefühlschaos endlich die langersehnte Tür – wohin sie führt, erfahren wir aus Zuschauer:innen erstmal nicht.
Vielleicht in Richtung Debütalbum? Auf das Warten die Fans des Künstlers nämlich schon seit einigen Jahren. Was es auch ist – mit „Waiting“ macht Benjamin Amaru einen spannenden musikalischen Start ins Jahr 2024.
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