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Empfehlung des Tages: Bibiza – Stadtpark Insomnia

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Wenn sich eine Sache guten Gewissens über Franz Bibiza sagen lässt, dann dass er kein Freund davon ist, sich im Kreis zu drehen. Seit knapp fünf Jahren veröffentlicht der Rapper aus Wien seine Musik, eine Zeitspanne, in der ganze vier Projekte sowie zahlreiche Singles und Collabs erschienen sind. Waren die ersten Gehversuche wie „Copypaste“ und „Bis Dato“ dabei noch sehr geprägt vom Hip-Hop-Kosmos, so wächst Bibiza über diesen zunehmend hinaus. Davon zeugte schon sein Gitarren-lastiges Indie-Album „Lebe wie ein Hippie“, dass er 2021 veröffentlichte, damals ein gewagter Schritt für einen Rap-Newcomer, der sich im Dunstkreis von Boloboys & Konsorten bewegt.

Irgendwo zwischen Yung Hurn und Falco

Aber dieser Nostalgie-Trip zu den Rockbands der 2000er, die seine Jugend prägten, war scheinbar noch nicht genug für Bibiza. Mit einer Reihe von neuen Singles arbeitet er sich aktuell auf sein kommendes Album „Wiener Schickeria“ zu und scheint redlich bemüht, diesem Titel alle Ehre zu machen. Seine Einflüsse sucht sich der Rapper diesmal vor der eigenen Haustür, ein bisschen Yung Hurn, ein bisschen Maurice Ernst, viel Falco. Besonders auffällig ist dabei, wie Bibiza neuerdings mit der Wiener Mundart flirtet und seinen Dialekt bewusst und gekonnt raushängen lässt. Auf „Opernring Blues“ erzählt er von Koks-Exzessen auf dem Taxi-Rücksitz, der Funk-Groove von „Schick mit Scheck“ ist nicht weniger hedonistisch und „Blau“ handelt dann nicht nur vom Club, sondern klingt auch nach selbigem. Die neue Single „Stadtpark Insomnia“ bildet nun das große „Danach“ ab.

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Filmriss klang noch nie so schön

Was auch immer man sich im Lauf der Nacht eingeflößt hat, lässt nach und die saftige Wiese auf dem Heimweg sieht auf einmal so verlockend weich aus… „Ich wollt’ eigentlich nachts nach haus / Aber wach’ im Stadtpark auf“, schreit Bibiza in der Hook über lärmende Post-Punk-Gitarren. Durch die Strophen stolpert der Rapper mit Gleichgewichtsstörung, stets bemüht, sich die Ereignisse der Nacht irgendwie zusammenzureimen. Dazu gibt es verspielte Flöten-Details, wie man sie eher in einem Krautrock-Schmankerl aus den 70ern als in einem zeitgenössischen Rap-Song erwarten würde. Schon mit den bisherigen vier Singles ergibt sich ein erstaunlich kohärentes Stimmungsbild der „Wiener Schickeria“, irgendwo zwischen Vintage-Sounds, Wiener Schmäh und überbordendem Hedonismus. Wenn Bibiza dieses hohe Level bald auf Albumlänge fortführt, könnte uns da eine verdammt gute Platte erwarten – also abwarten und Spritzwein trinken.

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