Empfehlung des Tages: Bilderbuch – Digitales Wunder
Nachdem erst vor einem Jahr ihr Album „Gelb ist das Feld“ erschien, kehrten Bilderbuch bereits im Juni dieses Jahres mit ihrer Doppelsingle „Softpower“ und „Dino“ zurück. Mit im Gepäck: ein neuer Psychedelic Rock-Sound. Hier nimmt sich der sonst so schillernde und extravagante Sänger Maurice spürbar zurück und lässt seinen Bandkollegen den Vortritt, die sich an ihren Instrumenten austoben dürfen, wie selten zuvor. Seine Stimme ist eingebettet in das laute Sound-Getöse, mit zahlreichen Hall-Effekten, die an den psychedelischen Rock der 60er und 70er denken lässt.
Seit heute jedoch ist klar: Mit „Softpower“ und „Dino“ erschien bereits eine Hälfte der neuen Bilderbuch-EP, die mit „Digitales Wunder“ und „Aber Airbags“ heute komplettiert wurde.
Was sich soundtechnisch bereits mit den vorangegangenen Singles andeutete, führen Bilderbuch auch auf der B-Seite ihrer EP weiter fort. So reichen sich auf „Digitale Augen“ psychedelische Soundeffekte und King Krule-eske Gitarren-Melodien die Hand und finden gepaart mit dem typischen Bilderbuch-Zauber ihren Einklang. Doch trotz der klanglichen Harmonie, findet Maurice lyrisch in „Digitale Augen“ nur schleppend seinen inneren Frieden. Stattdessen liegt er nachts schlaflos um viertel nach vier in seinem Zimmer – stets auf der Suche nach einem digitalen Wunder. „Ich side scrolle in mein Zimmer hinein / Digitales Wunder / Schenk mir ein digitales Wunder“
Ähnliche paralysiert wie sich genau dieser Zustand des ewigen Swipens und Scrollens anfühlen muss, fließen auch die Sounds von Sekunde zu Sekunde an der Ohrmuschel vorbei und lullen uns mit Hilfe von Maurice in eine leichte, aber sichere Trance. Eigentlich perfekt, um dann das Handy wegzulegen und den den müden Augen nachzugeben.
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