Empfehlung des Tages: Bow Anderson – 1983
Die Beziehung zur eigenen Mutter in Songs aufzuarbeiten, ist ein gern und wiederholt aufgegriffenes Thema, über alle Genres hinweg. Da hätten wir zum einen Klassiker wie „Let It Be“ von den Beatles, aber auch modernere Songs wie „House of Gold“ von Twenty One Pilots. Nun hat sich auch die schottische Pop-Sensation Bow Anderson in ihrer neusten Single „1983“ dieser emotional behafteten Thematik zugewandt.
Bow Andersons Interpretation ist allerdings alles andere als wehmütig. In „1983“ befasst sich sich mit der Vorstellung, dass ihre Mutter auch einmal so alt war wie sie und in ähnlichen Situationen verstrickt war. Unvorstellbar scheint es, dass die eigenen Eltern auch einmal völlig betrunken auf dem Nachhauseweg über den Sinn des Lebens nachdachten und niemanden merken durfte, dass sie viel zu spät zuhause waren. So stellt sich Bow Anderson die Frage, ob sie wohl mit ihrer Mutter befreundet wäre, wenn sie im Jahr 1983 im gleichen Alter gewesen wären: „Cause I think once upon a time you were just like me / You were drinking in a bar kissing somebody / You were always chewing gum just to cover breath / Cause you promise that you don’t smoke cigarettes“.
Der Track ist dabei zeitgleich nostalgisch-emotional und so poppig, dass er es verlangt, auf höchster Lautstärke gehört zu werden. Vielleicht vermittelt „1983“ bei einigen ja sogar die versöhnliche Vorstellung, dass die eigenen Eltern auch nicht immer alles unter Kontrolle hatten.
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