Empfehlung des Tages: Boygenius – Satanist
Was ist das Schöne an einer Band? Natürlich, dass unterschiedliche Leute zusammenkommen, um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten und ihre jeweiligen eigenen Vorstellungen einzubringen. Besonders merkt man das bei Supergroups – ein Paradebeispiel: Boygenius. Im Zentrum des Bandprojekts von Phoebe Bridgers, Julien Baker und Lucy Dacus stand schon immer die zugrundeliegende Freundschaft und gegenseitige Unterstützung. In ihren Songs stechen aber auch die verschiedenen Persönlichkeiten der Bandmitglieder deutlich hervor.
Drei unterschiedliche Philosophien
Während viele Boygenius-Songs jeweils von einem der Mitglieder dominiert werden, ist „Satanist“ wohl einer der „kollektivsten“ Tracks der Band. Die drei wechseln sich im Gesang ab oder singen Zeilen gemeinsam, jede Sängerin hat hier aber ihre eigene Strophe, in denen sie jeweils eine andere Weltanschauung präsentiert. Davon haben alle diese Attitüden etwas Rebellisches, sie stellen sich gegen den Mainstream, aber mit unterschiedlichen Motiven.
Julien vertritt den titelgebenden „satanist“, die Figur, die sündigen würde, einen Pakt mit dem Teufel eingehen würde, um an die Sachen zu kommen, die sie haben will: „Mortgage off your soul to buy your dream / Vacation home in Florida“. Phoebe hingegen ist der „anarchist“, sie rebelliert im Namen der sozialen Gerechtigkeit, gegen die Schere zwischen Armen und Reichen: „Sleep in cars and kill the bourgeoisie […] / I’d burn the cash and smash my old TV“. Lucy zu guter Letzt repräsentiert den „nihilist“. Bereits in früheren Interviews gab sie an, einer Philosophie des „posi-nihilism“ zu folgen, einer optimistischen Form des Nihilismus, gemäß dem Gedanken: Wenn alles im Leben egal ist, warum sollten wir uns Sorgen machen, die uns von unseren Zielen abhalten? Im Song formuliert sie das so: „If nothing can be known, then stupidity is holy / If the void becomes a bore, we’ll treat ourselves to some self-belief“.
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Passend zum rebellischen Thema kommt der Song als einer der rockigsten der Band daher, mit trotzigen Gitarrenriffs, verzerrtem Schreien und wilden Drumfills. Das Outro wirkt im Vergleich wie in Slow-Motion, während alle drei verträumt gemeinsam singen und dem Song ein atmosphärisches Ende setzen.
„Record“ und „Movie“
„Satanist“ ist somit ein klares Highlight des ersten Full-Length-Boygenius-Albums „The Record“, das diesen Freitag erschienen ist. Zum Release wurde übrigens noch ein 14-minütiger Kurzfilm namens „The Movie“ auf YouTube veröffentlicht, bei dem niemand Geringeres als Kristen Stewart Regie führte. Zum größten Teil besteht dieser Kurzfilm aus Musikvideos zu den drei zuerst releasten Singles „$20“, „Emily I’m Sorry“ und „True Blue“.
Boygenius – Live 2023 – präsentiert von DIFFUS:
15.08.23 Berlin, Verti Music Hall
16.08.23 Köln, Palladium
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