Empfehlung des Tages: Brockhoff – Running
Brockhoff hat am Freitag ihre zweite EP mit dem resignierenden Titel „I’ve Stopped Getting Chills For A While Now“ veröffentlicht. Wenn man sich dieses Projekte in voller Länge anhört, kann man kaum glauben, dass diese Indie-Newcomerin aus Hamburg kommt und erst seit dem letzten Jahr überhaupt Musik veröffentlicht. So sicher und eigen liest sich die Handschrift von Brockhoff schon, obwohl sie sich trotzdem weiterhin mit Begeisterung ausprobiert. Das verhandelte der neue Song „Running“ nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch.
Die krachenden 90er Grunge-Gitarren, die wir bei Brockhoff sonst so lieben, schweigen hier und lassen Luft für eine mächtige Ballade mit atmosphärischen Synthie-Flächen. Songs dieser Machart würden wir sonst eher bei internationalen Pop-Größen wie Holly Humberstone oder Maisie Peters vermuten, aber Brockhoff geht dieser Stil in „Running“ auch erstaunlich locker von der Hand. Das klingt nach Kinoleinwand, nach Coming-of-Age, und dazu passen auch die klar gesungenen Lyrics: „Running towards the wonders of this life / Never will I be left by the wayside / Follow the distant calling of the lights / I’ll be running, running, running ‘til I die“.
Im Gegensatz zum EP-Titel „I’ve Stopped Getting Chills For A While Now“ klingt das energetisch und motiviert, lebensdurstig und wagemutig. Wenn man sich dazu durch die Kommentare zum neuen Song liest, bestätigt sich der Eindruck, der beim Hören schon entsteht: Brockhoff macht einen Sound, der international gehört werden könnte und zunehmend auch dort kommt.
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