Empfehlung des Tages: Caro Schaeffler – spieglein
Caro Schaeffler veröffentlicht seit etwa einem Jahr Musik – hat mit ihren fünf Songs „Kreide“, „Flieder“, „Venedig“, „Wasserfarben“ und „was ich dir noch sagen wollte“ aber jetzt schon eine ganz eigene Welt geschaffen. Ihre Stücke leben von ihrer zart schwebenden Stimme, poetischen Texten, ruhigen Pianoläufen und sanften Gitarren- und Streicherklängen. Das alles verdichtet sich zu einer Atmosphäre, die wirkt, als wäre ein Gemälde aus einer vergangenen Zeit plötzlich in die digitale Gegenwart versetzt worden. Caro strahlt genau diese Ästhetik aus – wie das Porträt einer Prinzessin, das zwischen Renaissance und Instagram-Feed seinen Platz gefunden hat.
Bevor sie ihre Musik veröffentlichte, arbeitete sie als Model und Influencerin und studierte. Mit „spieglein“, einem Song ihrer am 15. Mai erscheinenden „eine kleine nacht ep“, mischt sich die kunstvolle Welt mit der harten persönlichen Realität. Im Refrain singt sie: „Da ist nichts an mir, was ich mag/ Ich schau‘ dich an, du bist schön/ So schön, ich frag‘ mich, ob du das überhaupt wahrnimmst, dass alles an dir wie gemalt ist.“ Caro verarbeitet darin erstmals öffentlich ihre Erfahrungen mit Selbstzweifeln und einem schwierigen Verhältnis zum eigenen Körperbild. Jahrelang habe sie kaum mit jemandem darüber gesprochen. Indem sie all diese Gedanken in einen Song verwandelte, verlor ihre innere Stimme ein Stück ihrer Macht. „Spieglein“ ist damit gleichzeitig ihr verletzlichster aber auch einer ihrer bisher stärksten Songs.
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