Empfehlung des Tages: Chilly Gonzales – I.C.E.
Nach 13 Jahren der instrumentalen Musik findet der kanadische Musiker, Komponist und Produzent Chilly Gonzales mit seinem am 13. September erscheinenden Album „Gonzo“ zu den Worten zurück. Auf bereits erschienenen Singles wie „Poem“ oder „F*ck Wagner“ hat der in Köln lebende Jazz-Pianist und Musik-Virtuose seine Wortgewandtheit bereits bewiesen. Mit seiner neuen Single „I.C.E.“ legt Gonzales jetzt den nächsten Gang ein.
Deutschrap als Love Language
Chilly Gonzales betitelt sich selbst zwar als den „Worst MC“, aber für Gonzales ist Selbstironie ein zentraler Begriff. Denn Gonzales ist nicht nur Vollblutmusiker, sondern auch großer Fan des Rappens. Mit „I.C.E.“ widmet Gonzales der Bundesrepublik Deutschland nun einen kleinen Deutschrap-Liebesbrief. Dafür werden Eindrücke einer ICE-Fahrt beschrieben, in der Gonzales seine Gedanken zu einem minimalistischen Beat schweifen lässt. Mithilfe von Smalltalk-Geplänkel und deutscher Ikonographie offenbart er uns, wie Deutschland und seine Kultur den eigentlich franko- und anglophonen Künstler geprägt haben. Denn auf „I.C.E.“ ist Gonzales schnell wie Schumi, „besessen wie Fitzcarraldo“ und ein Clara Schumann Fan wie Brahms. Im Outro wendet sich Gonzales zwar in einem etwas kritischeren Ton direkt an seine Wahlheimat, aber das Sentiment ist klar: „Ich liebe dich, aber ich bin kritisch / Dieses Lied ist ein Liebesbrief / An die Bundesrepublik“.
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