Empfehlung des Tages: Chloe Gallardo – Last Dance
Chloe Gallardo haben einige vielleicht noch nicht auf dem Schirm – „Last Dance“ zeigt aber, dass man das schleunigst ändern sollte. Die 24-jährige Singer-Songwriterin aus Kalifornien veröffentlicht mit „Last Dance“ die erste Single aus ihrem Debütalbum „Defamator“, das dieses Jahr erscheinen soll. Bisher gab es von Chloe nur EPs und diverse Singles zu hören, die alle nach klassischem Indie-Pop klangen. Auf „Last Dance“ verbindet sie diesen Style mit Einflüssen aus Indie-Folk, Bedroom-Pop und Shoegaze. Und da hört man ab und zu auch deutlich heraus, dass sie sowohl moderne Artists wie Phoebe Bridgers und Cigarettes After Sex als auch Klassiker wie My Bloody Valentine in letzter Zeit gerne gehört haben muss – trotzdem schafft sie es, einen runden, eigenen Sound daraus zu formen.
Ein schöner Fiebertraum
Chloes softer Gesang schwebt verträumt über das Instrumental und zieht einen in den Sog, den der Song langsam kreiert. Es fühlt sich an, als würde alles in Zeitlupe passieren, wie ein schöner Fiebertraum. Akustik-Gitarren vermischen sich mit verzerrten Shoegaze-Gitarren und schaffen zusammen mit sanften Synthesizern eine warme Wall of Sound, die sich um ihre Stimme legt. Die sich duellierenden Gitarren-Leads bilden am Ende das große, mitreißende Crescendo des Songs.
„Last Dance“ dreht sich um eine unglückliche Beziehung, bei der die Sehnsucht nach mehr unerfüllt bleibt. Wehmütig beschreibt Chloe das Gefühl einer nicht-erwiderten Liebe: „I feel close / strange how much I need you / strange how I can’t feel you / anymore“.
Dieses Thema wird auch am Musikvideo aufgegriffen, durch zwei zentrale Motive: In der ersten Strophe hält Chloe einen Rosenstrauß in der Hand, in der zweiten ein Messer. Zum Höhepunkt des Songs werden die Rosen mit dem Messer geköpft, eine Metapher für den schmerzenden Stich, den diese Abweisung verursacht. Mit seinen wackeligen Camcorder-Aufnahmen und rauschenden Bildern versprüht das Video eine ähnliche 90er-Shoegaze-Nostalgie wie der Song.
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