Empfehlung des Tages: Christine and the Queens – Stayin‘ Alive ! Chris Version
In einer Jahreszeit, in der sich die Musikindustrie erst langsam von einem Freitag zum nächsten vom Weihnachtsfieber erholt und viele Musiker:innen im wohlverdienten Urlaub sind, sind wir um jede Brise frischen Wind in unserem Releaseradar dankbar. Dabei ist es eigentlich ein alter Klassiker, den Christine and the Queens mit „Stayin’ Alive“ nochmal heraus kramt. In seiner verspielten „Chris Version“ klingt der Song aber trotzdem modern und richtig gut.
In unserem und vielen anderen Jahresrückblicken ist ein wenig untergegangen, dass der französische, nonbinäre Singer-Songwriter 2023 ein ganzes Album veröffentlicht hat. Vielleicht lag es daran, dass „Paranoia, Angels, True Love“ direkt ein anspruchsvoller Dreiteiler mit einer eineinhalb-stündigen Spielzeit war oder auch daran, dass 2023 eh ein gutes Jahr für Musik aus aller Welt war. Jedenfalls ist Christine and The Queens das übrige Jahr nach dem Release im Juni eher entspannt angegangen, scheint nun aber doch nochmal ein Lebenszeichen abgeben zu wollen, bevor man bald schon die Stunden bis 2024 abzählen kann.
„Stayin’ Alive ! Chris Version“ ist natürlich keine eigene Single, sondern eine aufwendige Neuinterpretation des gleichnamigen Bee Gees-Klassikers von 1972. Solche Cover sind für Fans von Christine and The Queens keine Überraschung: In der Vergangenheit hat der Musiker bereits Songs von George Michael, Lenny Kravitz oder auch Travis Scott gecovert. Auch in seiner eigenen Musik finden sich Einflüsse aus der Disco-Ära, der „Stayin’ Alive“ entspringt. In der „Chris Version“ bekommt der schmissige Dancefloor-Klassiker, der in keinem Erste-Hilfe-Kurs fehlen darf, aber ein neues Eigenleben eingehaucht.
Psychedelische Reise statt Stoff fürs Tanzbein
Basiert das Original vor allem auf seinem berühmten Rhythmus, macht Christine and the Queens daraus eine luftige Art-Pop-Nummer. Statt der Bassline verlässt sich der Artist vor allem auf seine energische Stimme, die fast schon psychedelisch durch den Song wabert. Auch der ikonisch „Ha, ha, ha, ha, Stayin Alive“-Sprechchor tritt hier in den Hintergrund – eine mutige Entscheidung. Aber irgendwie geht es auf und am Ende vergisst man fast schon, dass man hier gerade einen 50-jahre alten Hit hört. Um den Takt bei der Herzdruckmassage zu halten, eignet sich dann wohl doch das Original besser – aber gerade im Kontext der unzähligen Weihnachts-Cover der letzten Wochen hat man hier mal ein richtig gutes.
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