Empfehlung des Tages: Danzinger 99 – Helicopter
Wer sich am Freitag wie wir voller Vorfreude auf das neue Projekt von Danzinger 99 gestürzt hat, wird vielleicht beim Song „Helicopter“ aufgehorcht haben. Denn während auf dem neuen Album eigentlich nur Blanche Biau und Aemilia als Features angegeben sind, versteckt sich hier eine weitere bekannte und schmerzlich vermisste Stimme: Edwin Rosen.
Zuwachs für Neunundneunzig
Der Neunundneunzig-Kosmos ist ständig in Bewegung. Nachdem das Duo 2021 sein exzentrisches Debütalbum veröffentlicht hat, erschien im letzten Jahr vor allem Musik unter den beiden Solo-Alter Egos Amandus 99 und Danzinger 99. So veröffentlichten die beiden zum Beispiel ein Doppel-Video zur Single „Fragen“ und dem TikTok-Hit „Regen“, in dem die selbe Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wurde.
Ins Jahr 2024 startete Danzinger 99 dann Anfang Februar mit einer Reihe von neuen Songs. „Opiate“ und „Für Für immer“ klangen wie gewohnt skizzig und mysteriös. Musik für eine Welt, in der die Einhörner gibt, die das Cover zieren. Die überirdischen Fabelwesen finden sich nun auch auf dem Artwork des Projekts, das der Newcomer aus Wien am Freitag überraschend veröffentlicht hat: „aber immer noch besser als in dieser Welt in der ich wach bin“.
Ganze 14 Songs zählt das Tape und kommt trotzdem nur auf eine Spielzeit von knapp 23 Minuten. Die reichen aber völlig um in Danzingers Neo-Goth-Kitsch einzutauchen. Dabei erleben aufmerksame Fans gleich auf dem dritten Song eine angenehme Überraschung. Nachdem Danzinger 99 das Stück melancholisch eröffnet, wird seine Stimme von einer anderen, nur allzu bekannten abgelöst – Edwin Rosen.
Gegenseitige Wertschätzung
„Viel zu sagen und trotzdem sind wir beide stumm / Helicopter in der Ferne fliegt um uns herum“, singt der Begründer der Neuen Neuen Deutschen Welle, der sich in den letzten Jahren rar gemacht hat. Nur zwei Songs hat Edwin Rosen im letzten Jahr veröffentlicht, nachdem er zuvor mit seiner Fusion aus Synth-Pop, New Wave und Post-Punk viele Fans gewonnen hat. Dazu zählt auch das Duo Neunundneunzig, die bei ihm als Toursupport ihre ersten Shows jemals gespielt haben. Die Wertschätzung beruht als auf Gegenseitigkeit, und geht sogar soweit, das Edwin Rosen für ein Duett mit Danzinger 99 aus der Versenkung auftaucht.
Wie gut die Kombi aufgeht, zeigt sich vor allem in der gemeinsamen Hook, in der sich die gegensätzlichen Stimmen der beiden Musiker harmonisch ergänzen, bevor der Song mit einem Synthesizer-Outro und dem Flattern von Rotorblättern ausklingt. Bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht wieder ein halbes Jahr warten müssen, bis wir wieder Neues von Edwin Rosen hören, aber bis es soweit ist verweilen wir gerne noch ein bisschen zwischen den Einhörnern auf Danzingers Waldlichtung.
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