Empfehlung des Tages: Die Nerven – Ich will nicht mehr funktionieren
Die Post-Punk-Band Die Nerven kündigte Anfang Juni ihr sechstes Studioalbum an. „Wir waren hier“ soll sich inhaltlich mit den Folgen einer bzw. unserer vom Konsum und Kapitalismus gesteuerten Welt beschäftigen. Für den Sound ließen sich die Stuttgarter dabei vom Punk-Sound der 70er, 80er und auch 90er inspirieren. Denn mit der ersten Singleauskopplung „Als ich davon lief“ setzten sie einen punkigen und musikalisch rauen Ton an, um die Thematik aus der Perspektive der Menschen zu erzählen, die die Welt zerstören und vor den Konsequenzen flüchten wollen.
Ihre neuste Single „Ich will nicht mehr funktionieren“ führt diese Linie fort und versetzt sich nun in die Schuhe derjenigen, die erkennen, dass das System gegen sie arbeitet und auch die tüchtigste und systemtreuste Person erkennen muss, dass es so nicht weitergehen kann oder soll.
Alles Müll
In „Ich will nicht mehr funktionieren“ geben Die Nerven zu verzerrten Gitarren dem angestauten Frust Ausdruck, der sich auf so ziemlich jegliche Art der Negativfolgen einer kapitalistischen Welt bezieht. Fast lamentiert fallen nach dem Crescendo die Zeilen „Ich wollte so viel / Ich sollte so viel / Es gibt nichts zu verlieren“, nur um mit der letzten Chorusline nochmal richtig reinzuhauen.
Denn es ist immer die Rede von Potential und dem Raum zur Verbesserung. Es geht einfach um immer mehr, mehr, mehr. Die Nerven drehen diesem Performancedruck konkret den Rücken zu und verweisen lieber auf offensichtliche Nachteile, die so ein gewissenloser Umgang mit Menschen und der Welt mit sich bringt. Die Promotion des Albums dreht sich deshalb visuell auch um buchstäblichen Müll. Wie das Müll-Motiv von Die Nerven weiterausgebaut wird, kann man ab dem 13. September auf „Wir waren hier“ erfahren.
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