Empfehlung des Tages: Die Tiere – Türen
Die Tiere. Nein, nicht The Animals, die etwa mit ihrer Version von „House Of The Rising Sun“ in den 1960ern große Erfolge feierten. Etwas zeitgemäßer geht es hier schon zu: Die Tiere ist ein ganz frisches, neues Projekt, allerdings von einem alten Bekannten. Dahinter steckt nämlich Dennis Scheider, langjähriger Gitarrist der deutschen Punk- und Alt-Rock-Band Muff Potter.
Eine kurze Zusammenfassung: 1996 tritt er Muff Potter bei, beeinflusst für den größten Teil ihrer Karriere ihren Sound maßgeblich, bis er 2019 nach der Reunion-Tour die Band verlässt. Und damit beginnt auch schon das nächste Kapitel: Kurz danach entstehen die ersten Skizzen für Die Tiere. Womit wir wieder im Jetzt ankommen, mit der ersten Single „Türen“.
Zeitloser Sound
Und wie klingt das Ganze? Nun, wer die unvermeidlichen Vergleiche zur Vorgängerband ziehen will, findet dazu auch einige Anknüpfpunkte. Gitarrengetriebener Indie-Rock mit deutschen Texten, so viel Ähnlichkeit lässt sich – zumindest anhand eines Songs – schon mal feststellen. Dennis ist es dabei wichtig, zeitlos zu klingen: „Ich fand es schon immer extrem gut, beim Produzieren auf alle Sounds oder Strömungen zu verzichten, die einen Rückschluss darauf zulassen, wann diese Musik aufgenommen wurde. Dabei darf es gern pur, rough und direkt klingen und in Akzenten auch ein Gefühl von Shoegaze oder Psychedelic Rock in sich tragen.“ Als Referenzen lässt er schließlich auch Bands wie Interpol oder The War On Drugs verlauten, die Pate stehen können für die stetig treibenden, aber auch die melancholisch schwebenden Elemente des „Tiere“-Sounds.
Startschuss zur Erforschung neuer Gebiete
„Türen“ klingt etwa gehetzt, als wollte Dennis rastlos durch alle möglichen Türen flitzen, und zugleich wehmütig, vielleicht aufgrund der Gewissheit, nie all diese Möglichkeiten erforschen zu können. Denn er singt von „tausend Türen“, die ihm im Leben offen stehen werden; „mach ich eine zu, gehen tausend neue auf“. Eine Hymne der Entdecker:innen sozusagen, was ja für ein neues Musikprojekt ein passender Startschuss ist. Welche anderen musikalischen Türen er dafür noch durchquert ist, kann man dann ab dem 3. Mai ermitteln, da erscheint die Debüt-EP „Wir wollen nichts“.
Hier gibt’s täglich neue Song-Empfehlungen:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.