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Empfehlung des Tages: Dijon – Many Times

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Irgendwo zwischen Bon Iver und Frank Ocean, so lässt sich die Musik von Dijon vielleicht am besten einordnen. Seit 2018 veröffentlicht der Singer-Songwriter aus Los Angeles seine Musik, die sich gekonnt jeglichen Genre-Zuweisungen entzieht. Nachdem er zum Start seiner Karriere bereits mit dem verträumten Sound der Single „Nico’s Red Truck“ Aufmerksamkeit auf sich zog, erlebt Dijon jetzt so etwas wie eine zweite Blüte. Denn erst vor wenigen Wochen hat der 26-jährige nach einigen EPs sein erstes, richtiges Album „Absolutely“ veröffentlicht.

Im Vorab gab es bereits einige Live-Musikvideos und diese fangen den Spirit der Platte vielleicht am Besten ein. „Absolutely“ klingt roh und organisch, als hätte man bei einer Jam-Session spontan die Aufnahme mitlaufen lassen. Das gibt den Songs eine wohlige Wärme und das Gefühl von Spontanität und Ehrlichkeit – Qualitäten, die an Bon Iver und seinen experimentellen Umgang mit Sound erinnern.

Dieses Album sollte – vor allem bei einer Laufzeit von nur knapp 30 Minuten – unbedingt am Stück gehört werden. Wenn man aber ein Highlight heraus greifen müsste, wäre es wahrscheinlich der Song „Many Times“. Hier manifestiert Dijon am Ehesten seinen ganz eigenen Sound und beweist, dass er sich von der R&B-Schublade, in die man sein bisheriges Schaffen vielleicht noch hat stecken können, endgültig befreit hat. Dafür geht es auf „Many Times“ viel zu chaotisch zu: Dynamische Schlagzeug-Rhythmen und Percussion-Sounds stolpern nur so übereinander, zusammen gehalten von warmen Bass-Flächen. Passend dazu singt Dijon mit impulsiver, rauer Stimme von einer toxischen Beziehung – die er allerdings in einen aufmunternden, tröstlichen Song verwandelt.

Dijon – Many Times

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Vor allem mit dem zugehörigen Live-Video erinnert „Many Times“ an einen viel zu guten, spontanen Auftritt in einer Kneipe. Es wird getrommelt, hier und da werden Gitarren-Akkorde angespielt und zum Ende hin gibt es ein wildes Klavier-Solo. Das klingt herrlich improvisiert, umso mehr wenn Dijon wie von der Tarantel gestochen durch das Zimmer tanzt und seinen Bassisten eindringlich ansingt. Wer aufgeräumte Musik mit geringem Chaos-Faktor mag, ist hier also eher fehl am Platz und sollte stattdessen lieber mal in die Studio-Fassung von „Many Times“ reinhören. Fans von Live-Musik können wir allerdings getrost die Video-Version mit allen ihren imperfekten Macken und Kanten ans Herz legen. 

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