Empfehlung des Tages: Domiziana – Malena
Im Jahr 2000 erschien mit „Malèna“ ein in Italien spielendes Erotik-Drama. Der doppelt Oskar-nominierte Film handelt von der jungen Frau Malena, die in einer sizilianischen Kleinstadt die Herzen aller Männer erobert – doch leider wird ihre Schönheit ihr später im Film zum Verhängnis.
Mit ihrer neuen Single „Malena“ scheint sich Hyperpop-Künstlerin Domiziana von genau diesem Film inspirieren zu lassen: „Hände gedeckt von Leder, laufe durchs Minenfeld / Sitze da wie Malèna, ein Feuer, was um mich brennt“ heißt es in den Lyrics des Tracks, in denen Domiziana vom Betrogen werden erzählt – und uns dabei lyrisch in die versteckten Darkrooms der Hauptstadt entführt.
Auf einem Social Media Teaser zum Musikvideo, dass heute Abend erscheinen wird, ist bereits zu sehen, dass besagtes Feuer von Domiziana wörtlich genommen wurde – denn die Sängerin scheint ihren Song in dem Clip in loderndem Feuer zu performen. Bei genauerer Überlegung sind sich die beiden Frauen ohnehin gar nicht so unähnlich. Domiziana hat – ebenso wie Malèna – sizilianische Wurzeln und zeigt sich in ihrer Kunst ebenso selbstbewusst und ikonisch.
Musikalisch scheint sich Domiziana mit dem neuen Jahr langsam aber sicher von ihrem bisherigen Y2K-Techno-Sound distanzieren zu wollen. Bereits mit ihrer letzten Single „Katholisch Erzogen“ hat sie sich mit Dark-Wave-Anleihen soundtechnisch ausprobiert; in „Malena“ geht die Experimentierfreude weiter. Mit rhythmischen Vocals und stolperndem Beat streckt der Song seine Fühler in Richtung Afrobeat und Amapiano und lädt zum Tanzen ein. Ein musikalischer Ausflug, der Domiziana gut steht – und sich außerdem dank ihrer unverkennbaren Flüster-Stimme und aufgeheizter Stimmung organisch ins bisherige Werk der Künstlerin pflegt.
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