Empfehlung des Tages: Ebow – Lesbisch
Die Rapperin Ebow gibt uns mit „Lesbisch“ die erste Single aus ihrem kommenden Album „FC Chaya“. Inhaltlich und stilistisch setzt die Wahlberlinerin dabei da an, wo sie mit ihrem letzten Album „Canê“ aufgehört hat. Pointierte Texte über Lebensrealitäten von queeren Menschen und Menschen mit migrantischen Hintergrund treffen auf high-end Produktionen, die von Trap, R&B, Straßen-Rap und allem dazwischen Ebows klarer Vision von modernem Hip-Hop folgen.
„Alle pretty babes sind lesbisch“
„Lesbisch“ reiht sich als queerer Love-Song nahtlos in Ebows Diskografie ein. Soundmäßig bewegt sich Ebow in gewohnt diversen Umgebungen. Psychedelische Vibes werden mit rockigen Ecken und Hip-Hop-Kanten versehen, während die E-Gitarrenmelodie konkret an den Dreampop-Klassiker „Cherry-coloured Funk“ von den Cocteau Twins erinnert.
Von Beginn ihrer Karriere an, hat Ebow es sich zum Ziel gemacht, queere Perspektiven in ihre Songs zu beleuchten. Und auch diesem Track erzählt Ebow eine Geschichte, die vor Allem vielen queeren Menschen bekannt sein könnte. Man steht auf eine Person, die aber aufgrund von gesellschaftlichem Druck oder auch identitären Unischerheiten nicht mit dir zusammen sein kann oder will. Ebow geht das mit typischer Rap-Attitüde an und fängt nicht etwa an, an sich zu zweifeln. Stattdessen legt die Argumente auf den Tisch, warum es zwischen ihr und ihrem Crush doch klappen kann. First und Foremost gilt dabei: „Yup, Dein Boyfriend ist hässlich / Sag Bescheid, wenn er dein Ex ist / Denn alle pretty Babes sind lesbisch“. Diese Art der Argumentation könnte auch aus der Feder von Rap-Ego-Riesen wie Drake oder Nicki Minaj stammen, aber für Ebow gilt weiterhin: „Mein größter Flex ist, dass ich ich selbst bin“.
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