Empfehlung des Tages: Elena Rud – Blaue Augen
Die Neue Neue Deutsche Welle boomt – das wissen wir spätestens, seit wir die Szene in unserer gleichnamigen Playlist abbilden und beobachten. Dabei kommt viel gutes rum, aber auch viel austauschbares. Und ganz selten sind auch mal besondere Acts dabei, bei denen wir jetzt schon ahnen, dass sie viel mehr sind als nur Teil eines aktuellen Trends. Das würden wir auch Elena Rud unterstellen.
Hinter dem Namen ihrer Sängerin verbirgt sich eine Indie-Band aus München, oder auch ein Rudel, wie Elena ihre Band gerne nennt. Seit 2019 verarbeitet die Formation in ihrer Musik Themen, die immer noch zu selten verarbeitet werden: Queerness, Body Positivity, Mental Health – eben alles, was alte weiße Männer auf die Palme bringt. Zu Beginn sang Elena noch auf Englisch. Spätestens seit dem Cover zu Rins „Meer“ zieht aber auch die deutsche Sprache in ihre Diskographie ein und scheint diese zunehmend zu übernehmen. Ihre Muttersprache steht der rauchigen, energischen Stimme von Elena aber sowieso sehr gut und rückt sie noch direkter an uns als Hörer:innen heran. Bestes Beispiel dafür ist die aktuelle Single „Blaue Augen“.
Neueste deutsche Welle
Wem der Titel schon irgendwie vertraut vorkommt, wird sich spätestens bei der Hook an einen anderen Song erinnert fühlen. „Deine blauen Augen machen mich so sentimental“ – eine Zeile, die genauso auch schon 1980 von Ideal in ihrem gleichnamigen Song getextet wurde. Darum herum bauen Elena Rud und ihr Rudel aber einen gänzlich neuen Song, einen, aus dem die alles verzehrende Liebe fast schon herausplatzt. Die Sounds dafür sammelt die Band aus Einflüssen zwischen 1980 und heute, irgendwo zwischen Nena, Wir Sind Helden und Betterov und doch sehr eigen. Natürlich kommt das Buzzword NNDW in den Sinn – aber Elena Rud scheinen ganz klar Ambitionen zu haben, diesen Trend zu überdauern.
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