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Empfehlung des Tages: Es brennt – Antidote

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Tagged: Es brennt

Klickt man sich zum Spotify-Profil von Es brennt durch, findet man ein unbeschriebenes Blatt vor. Das Duo hat mich „Antidote“ erst seinen zweiten Song veröffentlicht, zuvor gab es die Single „So naiv sind wir nicht“. Aber dieser Eindruck täuscht: Sören Geißenhöner und Magnus Wichmann, die beiden kreativen Köpfe hinter Es brennt, machen nicht erst seit gestern Musik und arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen. In der Vergangenheit bildeten die beiden schonmal gemeinsam das Musik-Projekt I Salute und wurden von Kenner:innen für ihren alternativen Mix aus Rap und Indie geschätzt.  

Die Welt brennt

Nun stellen Sören und Magnus alles auf Anfang: Neuer Name, neuer Sound. Es brennt ist halt wie wir die Welt gerade erleben. Wenn es nicht tatsächlich brennt wie in Moria, Australien, Griechenland oder aktuell in Brandenburg, dann sind es Kriege, Hunger und Flucht, Menschen, Tiere und die Natur in Not, und hier brennt es sprichwörtlich“, sagt Sänger und Songwriter Sören über den bildstarken Namen des neuen Projekts. Wer nun denkt, hier werden auf Albumlänge Fridays For Future-Parolen herunter gebetet, liegt allerdings falsch.

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Einsamkeit und Liebe

Stattdessen startet die neue Single „Antidote“ mit punkigem Drums und: „Ich bin nicht so begabt fürs glücklich sein / Oh nein, es lag mir nie“. In den folgenden dreieinhalb Minuten singt Sören mit einer poetischen Schreibe über Liebe und die Angst davor, Anziehung und Abstoß. „Wir können alles machen, außer uns verlieben / Wer mir den Glauben nahm, ist ein gemeiner Dieb“, heißt es da, während der Song um Sören herum zunehmend anschwillt. Denn „Antidote“ ist mehr als der treibende Beat zu Beginn vermuten lässt: Da versteckt sich ein nicht enden-wollender Synth-Ton, verspielte Chöre, wie wir sie zuletzt auch bei Bilderbuch gehört haben und gegen Ende sogar ein experimenteller, vielschichtiger Breakdown, der an die Young Fathers oder Bon Iver denken lässt. 

Der Neuanfang steht Es brennt ungemein gut. Losgelöst von kommerziellen Zwängen spielen Sören und Magnus hier mit Pop und den möglichen Alternativen, machen aus Lyrik große Hooks und treten mit ihren Hörer:innen eine Reise an, deren weiterer Verlauf noch ungewiss ist.

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