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Empfehlung des Tages: Es brennt – Kaputt

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Tagged: Es brennt

Es brennt – auf der Welt und in unseren Kopfhörern, wo seit kurzem die Musik des gleichnamigen Duos läuft. Sören Geißenhöner und Magnus Wichmann haben erst eine EP veröffentlicht, trotzdem sind sie keine Newcomer im klassischen Sinne. Mit dem Vorgänger-Projekt I Salute haben die beiden bewiesen, dass ihre Zusammenarbeit Potenzial zu großer Kunst hat – die neue Single „Kaputt“ untermauert das einmal mehr.

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Fans von alternativer deutscher Pop-Musik, wie wir sie bei DIFFUS immer wieder featuren, sind vielleicht schon mit I Salute bekannt. Unter diesem Namen veröffentlichten die beiden Freunde Sören Geißenhöner und Magnus Wichmann in den letzten Jahren immer wieder experimentelle Stücke zwischen Hip-Hop und Noise-Explosionen, echte Perlen für Fans von Kanye West, Young Fathers oder Clams Casino.

2019 erscheint dann ein letzter Release als I Salute, bevor man sich zu Beginn des vergangenen Jahres neu aufstellt und alles auf Null setzt. Es brennt war geboren, ein neues Projekt mit neuen Sounds. Die erste EP unter diesem Namen heißt „Ich bin nicht hungrig“ und zeigt im August, dass sich Sören und Magnus inzwischen vor allem für alternative Punk- und Indie-Sounds begeistern. Dieses neue klangliche Gewand passt nicht nur hervorragend unter den Namen „Es brennt“, sondern steht auch den beiden Machern sehr gut, wie die kürzlich erschienene Single „Kaputt“ einmal mehr demonstriert.

Die Welt der Menschen ist kaputt

Auf dem Cover sehen wir ein Panzerrohr – ein simples Bild, dass im Kopf allerdings nachhallt wie ein Schuss aus selbigem. Musikalisch haut uns das Duo treibendes Punk-Getrommel und zerschnippselte Samples um die Ohren, das einzig von Sörens poetischen Zeilen ein wenig gemildert wird: „Ich baue einen Damm, für jeden Fluss, der meine Eitelkeit zu fluten versucht“. Mit „Ich“ ist damit genauso ein lyrisches Individuum, wie auch die Menschheit als Ganzes gemeint – wie kurz darauf in der krachenden Hook deutlich wird: „Meine Moral ist taub für jede Predigt / Sie war ein seltsames Konstrukt, die Welt der Menschen ist kaputt“. In diese abstrakte Lyrik lässt sich viel Konkretes hinein interpretieren. Dabei ist jedoch sicher: Wir steuern inmitten von Umweltkatastrophen und Klimakrise geradewegs auf einen Abgrund zu und sehen ihn vor lauter blinkender Lichter kaum.

Im Musikvideo finden Es brennt dazu die passende visuelle Metapher: Der Protagonist streift wie im Rausch über einen bunt flimmernden Rummel und gibt sich voller Gier dem Konsum hin. Diese Bilder werden immer wieder kontrastiert mit Aufnahmen, die ihn zwar im selben Szenario zeigen, diesmal aber lethargisch und verloren inmitten der bunten Buden. Unausgesprochen schwebt über allem die Frage: Kriegen wir das alles nochmal repariert?

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