Empfehlung des Tages: Es brennt – Schnee
Egal ob unter dem Namen I Salute oder Es brennt – wenn Sören Geißenhöner und Magnus Wichmann zusammen Musik veröffentlichen, hören wir zu. Ihre musikalische Reise startete schon in den frühen 2010ern, damals noch als I Salute und mit experimentellem Hip-Hop, der mehr mit Clams Casino oder Young Fathers zu tun hatte, als mit dem „Deutschrap“-Label.
Jahre später machen die beiden Freunde aus Berlin und Leipzig immer noch zusammen Musik, inzwischen unter dem Alias Es brennt – ein plakativer Name, der allerdings nur angemessen scheint, für eine Zeit, die an jeder Ecke unsere Aufmerksamkeit fordert. Ein kostbares Gut, das die neue Single „Schnee“ aber mit Sicherheit verdient.
Auch unter dem neuen Namen lassen sich Es brennt nur ungern in Kateogiren packen, das haben uns die bisherigen Singles des Duos schon zu Genüge gezeigt. Wenn man das trotzdem tun möchte, bietet sich die geräumige Indie-Schublade an: Mehr Gitarren, mehr Gesang, aber immer noch die gleichen experimentellen Ausbrüche. Auf solche verzichtet „Schnee“ weitestgehend, stattdessen schmiegt sich der neue Song angenehm in den Gehörgang. Vor allem die Hook lädt schon nach einmaligem Anhören zum seligen Mitschreien im engsten Freundeskreis ein: „Am liebsten hast du den Sommer / der Regen ist warm / Egal, wie sehr du mich magst / Viel lieber hast du den Sommer / Jeden Tag / Alles vergeht, auch deine Schwäche für Schnee“.
Passend dazu klingt „Schnee“ mit seinen treibenden Indie-Gitarren und Synthie-Verzierungen musikalisch nach einem waschechten Spätsommer-Hit und erinnert ein wenig an internationale Größen wie The 1975 oder Bleachers. So oder so: Dieses leichtfüßige Pop-Format steht Es brennt erstaunlich gut – und vielleicht sind ja noch mehr solcher Bops auf der kommenden EP „Es geht wieder schief“, die am 15. September erscheinen soll.
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