Empfehlung des Tages: Evîn – It Wasn’t Even For You
Als Musik-Fans in Deutschland konsumieren und verstehen wir Songs viel zu häufig so, als wäre die Weltkarte bis auf Europa und Amerika leer, als wäre Mozart der Anfang und das Ende von allem. Das ist natürlich Quatsch, denn der Rest der Welt hat eigene Klänge zu bieten, eigene Rhythmen und Melodien, Traditionen und Kulturen, die es zu entdecken gilt. Newcomerin Evîn erleichtert uns diese Aufgabe. Mit ihrer frisch erschienenen EP „It Wasn’t Even For You“ mischt die in Berlin lebende Musikerin Einflüsse aus ihrer nahöstlichen Heimat mit westlichem R&B und Alt-Pop und baut so eine musikalische Brücke, über die wir ihr gerne folgen.
Evîn kommt aus Bochum, heute lebt sie in Berlin. Seit 2020 schreibt und veröffentlicht sie hier eigene Songs, aber schon zuvor sammelt sie durch ein Jazz-Studium musikalische Erfahrung. Parallel dazu beschäftigte sich Evîn allerdings auch intensiv mit ihren kurdischen Wurzeln, mit Flucht, Zugehörigkeit, Identität und Erinnerungskultur. All diese Themen fließen in ihre neue EP „It Wasn’t Even For You“, das zweite Projekt nach der Selftitled-Debüt-EP, die im April erschien.
„It Wasn’t Even For You“ beinhaltet sechs Songs und führt den Sound von Evîns Vorbildern James Blake, Jorja Smith oder FKA Twigs mit Klängen aus ihrer nahöstlichen Heimat zusammen. Ein Highlight ist dabei der Titeltrack mit seinen düsteren, schleppenden R&B-Beats. Evîn singt mit rauchiger Stimme über das reduzierte Instrumental mit seinen verlorenen Piano-Akkorden und hält zum Ende sogar noch einen überraschenden Übergang mit sphärischen Vocals parat.
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