Empfehlung des Tages: Fifteen – Wenn das cool für dich ist
Liebeslieder gibt wie Sand am Meer, aber nur wenige sind so sweet und ehrlich aus dem Herzen gerappt, wie die von Fifteen. Dabei ist der Newcomer aus Berlin durchaus ein Fan von Turn-Up und wortgewandtem Geflexe, das zeigte zuletzt der „Verpiss Dich Freestyle“, der schon mit seinem Titel eine klare Ansage macht. Am schönsten ist es dann aber doch, wenn Fifteen die 808s links liegen lässt und gegen Gefühliges eintauscht – so auch bei der neuen Single „Wenn das cool für dich ist“.
Der Song umschmeichelt den Gehörgang mit Sample-Sound und den Lo-Fi-Drums, die schon die letzten Veröffentlichungen wie „Hellgrün“ und „Yeah“ geprägt haben. Während er da noch auf artistische Art und Weise Reime jonglierte, steht auf „Wenn das cool für dich ist“ der Inhalt im Vordergrund: Eine Liebeserklärung an den romantischen Gegenpart.
So weit, so bekannt, aber Fifteen rappt hier nicht von einem möglichst relatable „Bae„ oder „Shawty“, sondern packt persönliche Geschichten aus. „Es ist irgendwie doch lustig / Hätt ich niemals auf mein Bauch gehört / Hätt ich mein Abi nie gemacht, wär nach der 10. direkt rausgestürmt / Wir hätten niemals angefangen, Erinnerungen schon aufgehört“. Dieses dicht komprimierte Songwriting hebt sich vom Zeitgeist, der Fifteen umgibt spürbar ab und erinnert fast ein bisschen an den deepen Rap von Casper, Gerard und Co., der zu Beginn der 2010er sein High erlebte. Was Fifteen rappt, könnte aus einem anderen Mund absolut cheesy klingen, aber der junge Rapper bleibt auch bei der Liebeserklärung für die Eine so lässig, dass solche Gedanken ausbleiben.
Hier gibt’s täglich neue Songempfehlungen:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.