Empfehlung des Tages: Filly – Carousel
Die zweite Single der österreichischen Newcomerin Filly heißt „Carousel“ und klingt auch genauso: Der Song dreht und schlingert mit treibenden DnB-Beats um die eigene Achse, glitzert und funkelt im bunten Synthesizer-Klang, abgerundet mit einer spannenden neuen Stimme für die hiesige Hyperpop-Szene.
Filly ist das, was man wahrscheinlich als weißes Blatt bezeichnen würde. Erst einen Song hat die junge Musikerin bisher veröffentlicht: „Motorola“, eine sprudelnde Dance-Tune für einsame Momente auf dem Klo der Hausparty, auf die man sowieso nicht eingeladen war. Aber schon hier zeigte Filly im Juli, dass sie mit ihrer spannenden alters- und genderlosen Stimme, die sie je nach Bedarf formt und biegt, eine Newcomerin ist, die man im Blick behalten sollte.
Alle weiteren Infos sind rar gestreut: Ihrer Spotify-Bio kann man entnehmen, dass Filly auf dem Land aufgewachsen ist, in einem Hotel, das ihre Großeltern leiten. Hier half sie als Teenagerin immer wieder aus und schlich sich, wenn sie nicht gerade arbeitete, in den Keller, um sich Geschichten auszudenken – vielleicht das kreative Fundament für die Musik, die sie heute veröffentlicht?
Gefühlschaos auf dem Karussell
Außerdem gehört Filly zum erlesenen Freundeskreis von Verifiziert. In diesem Rahmen ist sie bereits auf einem Konzert der Wiener Newcomerin aufgetreten und hat dort unter anderem ihren Song „Carousel“ performt – der nun endlich offiziell erschienen ist. Auf Instagram schreibt Filly, dass sich der Song wie ein Freizeitpark anfühlen soll und diese Beschreibung trifft den Sound eigentlich ziemlich akkurat. In einem bunten Wirbel aus Farben und Klängen besingt Filly hier das emotionale Chaos, durch das man als Teenager geht. Ihre Texte schreibt sie auf Englisch, wahrscheinlich nur angemessen für ein Genre, das aus dem Internet geboren ist und keine Landesgrenzen kennt. Ob Songs wie „Carousel“ oder „Motorola“ auch international Gehör finden, bleibt abzuwarten, das Potenzial dafür hätten sie aber mit Sicherheit.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.