Empfehlung des Tages: Finna – Mehr Bock als Kappas
Alles richtig machen, sich einmischen und nebenbei noch den eigenen Alltag auf die Reihe bekommen: Finna hat viel vor, aber irgendwann ist die Energie aufgebraucht. Die Hamburger Rapperin, Sängerin und Produzentin verbindet in ihrer Musik queerfeministische Haltung mit persönlichen Themen. Schon auf ihrem Debütalbum „Zartcore“ von 2022 ging es um Selbstbestimmung, gesellschaftliche Erwartungen und darum, Verletzlichkeit zuzulassen. Auf „Mehr Bock als Kappas“ nimmt sie nun den Abstand zwischen ihren Ansprüchen und ihren tatsächlichen Kapazitäten unter die Lupe. Mit Selbstironie erzählt sie davon, wie der Wunsch, gesellschaftlich etwas zu bewegen, zur Überforderung werden kann.
Musikalisch schlägt Finna dafür eine neue Richtung ein. Die Single ist ihr erster Popsong, produziert von der Frankfurter Producerin Ainie. Ihre queerfeministische Perspektive bleibt dabei zentral, bekommt aber einen humorvollen Pop-Rahmen. Auch das Musikvideo von Luka Roth greift den Spagat zwischen Engagement und Erschöpfung auf. „Mehr Bock als Kappas“ macht daraus keinen Rückzug aus der Verantwortung, sondern eine ziemlich nachvollziehbare Erinnerung: Sich für Veränderung einzusetzen heißt auch, die eigenen Grenzen ernst zu nehmen.
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