Empfehlung des Tages: Flume feat. Oklou – Highest Building
Was elektronische Popmusik angeht, war der australische Produzent Flume in der vergangenen Dekade absolut wegweisend. Genres wie Future Bass und EDM wurden maßgeblich von ihm geprägt und die Chainsmokers wären wohl niemals zu ihrem Sound gekommen, hätte Flume nicht mit Songs wie „Holding On“ oder „You and Me“ die Tür geöffnet. Nun hat der Musiker mit „Palaces“ kürzlich sein neuestes Album veröffentlicht und gezeigt, dass er auch in den 2020ern mit seiner Pionierarbeit noch nicht am Ende ist.
Flume glänzt auf „Palaces“ immer wieder mit komplett instrumentalen Stücken, spannende Highlights sind allerdings auch die Feature-Gäste und die Wege, die der Produzent findet, um sie einzusetzen. Hyperpopperin Caroline Polacheck schwebt da mit ihrem Falsetto über „Sirens“, May-A macht „Say Nothing“ zur übergroßen Pop-Nummer und Gorillaz-Mastermind Damon Albarn gibt dem Album ein würdiges Ende. Den Opener macht dagegen Oklou mit „Highest Building“ – einem Song, der sich nach dem Release längst zum Fan-Favoriten gemausert hat.
Wie es sich für ein Albumintro gehört, lässt sich Flume hier Zeit für einen mächtigen Build-Up. Epische Synthesizer stimmen uns schonmal ein, bevor dann Oklous digital verfremdete Stimme erklingt. Die französische Produzentin und Sängerin hat die Kritiker:innen schon 2020 mit ihrem Debütalbum „Galore“ für sich gewonnen und mischt seither gekonnt subtilen Hyperpop mit klassischen Elementen.
Sprung vom höchsten Gebäude der Stadt
Als Gast bei Flume vertextet sie nun einen dramatischen Heartbreak: „Everything you said, I believed it / Dedicated to the maze, the illusion / The only one path, one decision / Was the way up to the highest building“. Der anschließende Drop klingt dann, als würden sich die beiden Musiker:innen mit uns von diesem „Highest Building“ stürzen. Euphorische Synths schnattern durch die Luft, Stockwerke ziehen vorbei und der Bass lässt unseren Magen Saltos schlagen. Dazwischen immer wieder eine metallische Industrial-Snare, Hammer auf Metall, die uns daran erinnert: Auch an der Entstehung von Hyperpop hat Flume einen maßgeblichen Anteil.
Ein Blick wert ist auch das Video zum Song: Hier führt Flume das Biker-Thema mit, dass auch schon in „Say Nothing“ prägend war. Wir sehen den Produzenten in Rennfahrer-Montur, während an seinem Gefährt herum geschraubt wird. Dann geht es in Startposition und punktgenau zum Drop rast Flume los, brettert durch Schall und Raum – und misst sich mit einem mysteriösen zweiten Fahrer.
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