Empfehlung des Tages: Fruchtiger Beigeschmack – Heimweg
Fruchtiger Beigeschmack verbinden deutschsprachiges Indie-Songwriting mit Jazz, und lassen schwere Themen musikalisch leicht wirken. Genau dieser Kontrast macht ihren Sound aus: Persönliches und Politisches treffen auf bewegliche Rhythmen, Klavier und Bläser:innen. Live wächst das Münchner Trio regelmäßig zu einer deutlich größeren Besetzung an. Zuletzt sorgten sie mit „Löschzug“ für Aufmerksamkeit, der mit politischen Zeilen und Latin-Jazz-Einflüssen viral ging, während auch ihre Jazz-Versionen von Ikkimel-Songs auf Social Media die Runde machten. Am 18. September veröffentlichen Fruchtiger Beigeschmack die EP „Fast schon gut ist nicht schlecht“, auf der auch die neue Single „Heimweg“ drauf sein wird. Zum Release spielen sie zwei Konzerte in München und kurz darauf sind FruBei beim KiezKultur Festival in Hannover live zu sehen.
Auf „Heimweg“ singt die Frontsängerin Milena erneut über ernste Themen: Der Song beschäftigt sich mit Gewalt gegen Frauen und mit einem Gefühl, das für viele weiblich gelesene Personen zum Alltag gehört: nachts auf dem Heimweg Schritte hinter sich wahrnehmen, sich immer wieder umdrehen und nie ganz sicher sein, ob tatsächlich Gefahr droht: „Bin ich paranoid, oder Realist? / Weil sich Realität verschiebt, wenn sich ein Mann vergisst.“ Einerseits beschreibt der Song eine persönliche Erfahrung, andererseits macht er auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam: Männer, die keine Grenzen kennen, und das Gefühl, dass jeder Mann potenziell zur Gefahr werden kann. Musikalisch knüpft der „Heimweg“ an bisherige Werke der Band an: Kraftvoller Jazz, der gleichzeitig irgendwie leicht klingt und trotzdem die Wut des Songs spürbar weiterträgt.
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