Empfehlung des Tages: Fuffifufzich – Not For The Ewigkeit
Nichts ist für die Ewigkeit – einer der deprimierendsten und gleichzeitig hoffnungsvollsten Sätze. Das hat zumindest Fuffifufzich in ihrem neuen Song „Not For The Ewigkeit“ erkannt und sich zum Jahreswechsel der Melancholie dieser Wahrheit vollends hingegeben.
Die Ambivalenz der Ewigkeit
Herausgekommen ist ein bittersüßer Synth-Pop-Track über die unaufhaltsame Vergänglichkeit des Lebens. Im begleitenden Artwork symbolisieren die berühmten zerrinnenden Dali-Uhren zusätzlich die Herrschaft der Zeit, die Fuffifufzich-like in eine wundervoll-kitschige 2000er-Collage gebastelt sind.
Der Song beginnt mit schwermütigem, ebenfalls an die 2000er erinnernden Sound, mit der Trauer über den Gang des Lebens, findet dann aber schnell Hoffnung in selbigem Gedanken: „Alles ist nicht leicht / Jeder Tag ist so dunkel wie die Nacht / Aber die Wellen werden leiser sein / Denn nichts ist for the Ewigkeit.“ Das organische Arrangement ist reduziert und setzt wie üblich auf Synthies und Klavier, zum Schluss mischen dann Chöre und zusätzliche Percussions den Sound auf. Das erinnert zu Beginn dann fast an die esoterische Musik von Enya und später an den Dreampop von Beachhouse oder MGMT.
Anglizismen en masse
Bereits im Titel des Tracks findet sich das Markenzeichen der Musikerin aus Neukölln: Anglizismen en masse, soweit auf die Spitze getrieben, dass die Grenze zum Cringe längst transzendiert ist und Denglisch sich als Stilmittel der Sängerin und Schauspielerin etabliert hat. Bestes Beispiel: Ihr Debütalbum „Heartbreakerei“, dessen Titeltrack 2019 ein erster Push für Fuffifufzich war.
Von Album Nummer zwei ist derzeit zwar noch keine Rede, aber wer weiß: Das Jahr ist noch lang und wie Fiffufufzich richtig gelernt hat, nichts ist für die Ewigkeit. Was gibt es also zu verlieren?
Hier gibt’s täglich neue Songempfehlungen:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.