Empfehlung des Tages: Get Well Soon – Siri, What Ruined the West?
Wer wissen will, was im Westen schiefläuft, kann natürlich erst mal den Sprachassistenten fragen. Get Well Soon macht daraus auf „Siri, What Ruined the West?“ eine Bestandsaufnahme einer Gesellschaft, die alles hat und trotzdem erschöpft ist. „Overreflected / Overprivileged“ heißt es da, später „Overprotected / Overbearing / Overtired“. Die Begriffe häufen sich, bis selbst das Nachdenken wie ein weiteres Überangebot wirkt. Der deutsche Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist Konstantin Gropper beschreibt eine Welt, in der Vergnügen den Sinn ersetzt und Gedanken durch Filter laufen. Im Refrain findet er dafür ein düsteres Bild: „We built a fire that has learned to eat the light“.
Der Song ist die nächste Single aus „Séance“, dem achten Get-Well-Soon-Album, das am 30. Oktober erscheint – nur wenige Monate nach „Minus The Magic“. Ursprünglich wollte Gropper ausprobieren, wie sich KI in seine künstlerische Arbeit einbinden lässt. Der Versuch scheiterte, wurde aber selbst zum Thema: „Séance“ ist ein Album über künstliche Intelligenz geworden. Die Gespräche mit ChatGPT, Claude und Co. erinnerten ihn dabei an eine Geisterbeschwörung: Man stellt Fragen und bekommt Antworten von etwas, dessen Anwesenheit schwer zu greifen ist. Dazu passt seine eigene Einordnung: „Séance ist mein Gothic-Album“. Schon der Titel der neuen Single zeigt, wie absurd diese Suche nach Antworten werden kann: Wir fragen ausgerechnet die Technik, wie wir hier gelandet sind.
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