Empfehlung des Tages: Get Well Soon – There’s Waldo
Mit „There’s Waldo“ meldet sich Konstantin Gropper, der Gründer von Get Well Soon ein letztes Mal vor Album-Release zurück. Der Song ist die finale Vorab-Single von „Minus The Magic“, das am 22. Mai erscheint und bricht bewusst mit Groppers bisherigem Ansatz: Statt klarer Narrative setzt er hier auf Fragmentierung und Zufall. Inspiriert von Künstlern wie Kurt Cobain oder Stephen Malkmus experimentiert er erstmals mit der Cut-Up-Technik von William S. Burroughs: Bei dem werden Textteile scheinbar wahrlos neu zusammengesetzt. Das Ergebnis: ein Song, der sich jeder eindeutigen Interpretation entzieht und gerade deshalb so spannend wird.
Gropper selbst nennt den sanften Indie-Track einen seiner liebsten auf dem Album, gerade weil er ihn auch selbst immer wieder überrascht. Gespickt mit Referenzen an das Wimmelbuch „Where’s Waldo?“ entsteht trotz Textschnipsel-Mischmasch ein Spiel mit Identität und Wahrnehmung: „Am I Waldo? Am I hiding in plain sight? Am I Truman? Am I living in fake light and set-design?“ heißt es im zweiten Refrain. Nach zwei Jahrzehnten Karriere, Filmmusiken für Serien wie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ und einem Katalog voller Konzeptalben wirkt der neue Hang zur Abstraktion wie der nächste logische Schritt.
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