Empfehlung des Tages: Ikkimel, Robbensohn – Bikini grell
Ikkimel ist „offiziell die größte F*tze der Stadt“ – sagt sie zumindest selber rot. Lyrics, die die Schamesröte ins Gesicht treiben, mit Ausrücken, die man eigentlich schon aus seinem Wortschatz gestrichen hat und Trance-Beats wie aus den frühen 2000ern: Das scheint ein Geheimrezept zu sein, mit dem Ikkimel mindestens genauso viele Menschen fasziniert wie auch vor den Kopf stößt.
Erst seit dem letzten Jahr veröffentlicht die Newcomerin aus Berlin-Tempelhof offiziell eigene Musik, zuvor war sie nur vereinzelt im Dunstkreis von einschlägigen Acts wie Tiefbasskommando oder Narciss aufgetaucht. Ihr erstes Tape „Aszendent Bitch“ wurde dabei schon mit einer Resonanz aufgenommen, von der manch andere noch nach Jahren träumen. Aber Ikkimel weiß eben, was sie tut, reizt beständig die Schmerzgrenze aus und dazu gehört dann eben auch ein explizites Weihnachtslied mit dem Titel „Sweet Baby Jesus“. Nach einem Feature mit Techno-Rapper Whitey En Vogue geht es jetzt mit dem nächsten Solo-Release weiter, der von Robbensohn produziert wurde.
Letzterer liefert hier einen melodischen Eurodance-Beat, der perfekt auf Ikkimels kecke Attitüde abgestimmt ist. „Ich mag es, wenn er hässlich ist / Dann hab ich was zu lachen / Beuteschema vorbestraft, Führerschein, gewaschen“, rappt sie im zweiten Part und macht ein weiteres Mal klar, dass in ihrem Love Life die Regel bestimmt. Wie wir auch schon über die Musik von Kollegin Shoki geschrieben haben, irritieren diese provokanten Texte sicherlich viele – aber eigentlich ist es doch nur gerecht, dass der Boomerang, den Frauenarzt und Manny Marc geworfen haben, irgendwann zurück kommt, oder?
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