Empfehlung des Tages: Jeremy Pascal – Always Late
Zugegeben: Jeremy Pascal ist ein Name, der… nun ja, von bestimmten medialen Formaten vorbelastet wurde. Trotzdem oder gerade deshalb hat eine aufstrebende Band aus Wien dieses Pseudonym gewählt, um ihren unverkrampften Pop-Rock zu veröffentlichen. Das neueste Stück der Newcomer heißt „Always Late“ und befördert uns zurück in die Hochzeiten von Green Day & Co.
Cali Beach statt Reality TV
Auch für uns ist es dieser Tage schwierig, uns für immer neue Newcomer mit einem blassen Klarnamen zu begeistern. Jeremy Pascal ist da auf jeden Fall etwas kräftiger und mit einem Bild behaftet, dass vom deutschen Reality-TV über die Jahre fleißig geformt wurde. In diesem Fall verbirgt sich hinter Jeremy Pascal allerdings kein individueller Singer-Songwriter mit Akustikgitarre, sondern gleich ein ganzes Kollektiv aus jungen Musiker:innen aus Wien. Die Band baut sich gerade fleißig eine Diskografie, die schon diverse Singles und sogar das Debütalbum „Jeremy’s Life“ von 2020 vorweisen kann. Der Pop-Rock der Band klingt nach Kalifornien, nach Skaten, nach einer Zeitreise in die 2000er. Gleichzeitig verkörpert dieser Sound allerdings absolut den Zeitgeist, schließlich wird die Musik von Bands wie Green Day, blink-182 und Co. aktuell an vielen Ecken emsig wiederbelebt.
Pop-Bekenntnis
Mit „Always Late“ veröffentlichen Jeremy Pascal bereits ihre zweite Single in diesem Jahr, ein kantig-eingängige Tune, die außer verzerrten E-Gitarren nicht viel Schnickschnack braucht. Tatsächlich erinnert „Always Late“ in manchen Zügen an „American Idiot“ und vergleichbare Hymnen, biegt dann jedoch im Refrain mit Vollgas in die Pop-Route ein. Aber diese Abzweigung geht für Jeremy Pascal bestens auf – warum auch auf unnahbar und kühl tun, wenn man sich stattdessen lieber von Ohrwurm zu Ohrwurm singt! Bleibt nur zu hoffen, dass davon bald mehr kommt und die Band trotz ihres kuriosen Namens zu ihren Hörer:innen findet.
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