Empfehlung des Tages: Judi&Cocho – Reserviert
Das Duo Judi&Cocho kommt aus dem tiefsten bayerischen Landidyll, wo es den beiden aber schon immer zu eng war. Sie wollten viel vom Leben – und das haben sie sich auch genommen. Früh fingen sie an, selbst Songs zu produzieren. Damals noch auf Englisch, mittlerweile sind sie mit ihrer neuen EP „Eigentlich ganz normal“ auf Deutsch geswitcht. „Zwar fällt es mir wesentlich leichter, meine Gedanken und Gefühle in meiner Muttersprache auszudrücken, zugleich bedeutet es aber auch einen viel tieferen Einblick in unsere Persönlichkeit – unverblümt und ohne die Möglichkeit, sich hinter einer anderen Sprache zu verstecken“, sagt Sänger Julian.
Von Reservierungen und Zurückweisungen
Die deutsche Sprache nutzen sie nun auch auf „Reserviert“: Ein Satz wie „Sie ist für sich selbst reserviert“ würde auf anderen Sprachen wahrscheinlich einfach ungelenk klingen. Aber was ist mit der Zeile überhaupt gemeint? Der Song dreht sich um eine Frau, die Julians lyrisches Ich versucht, für sich zu gewinnen. Aber egal, was er tut, sie will ihn einfach nicht.
So entmutigend das klingen mag, umso schwungvoller ist das Instrumental: Ein tanzbarer Drumbeat, grooviger Bass und eine „ladadada“-Gesangsmelodie, die einem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Unterstützt durch fette Bläser kickt der Refrain nochmal mehr rein und man hat den Song auch direkt auf einer ausgelassenen WG-Party, wie im Musikvideo zu sehen, vor Augen. Die sommerlichen, leicht mediterranen Vibes in Rhythmus und Melodie sowie der kratzige Gesang erinnern dabei durchaus an AnnenMayKantereit.
Eigentlich ganz vielseitig
Von der dazugehörigen, heute veröffentlichten EP „Eigentlich ganz normal“ kann man aber auch andere Seiten erwarten: Verschiedene Stimmungen von dynamischen Balladen über verspielte Tanzflächen-Kandidaten wie „Reserviert“ eben oder auch elektronische Experimente. Denn nach dem Wechsel ins Deutsche hat es das Duo besonders gereizt, „Genregrenzen ein wenig auszutesten und einfach mal auf unsere ganz eigene Art aus- und aufzubrechen“.
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