Empfehlung des Tages: Julie – French Toast
Julie will sich musikalisch nicht festlegen – und mit ihrer neuen Single „French Toast“ zeigt die Berlinerin warum. Aufgewachsen im Wedding, begann sie mit knapp 15 Jahren auf Boom-Bap- und Trap-Beats zu freestylen. Rapperinnen wie Gavlyn und Vel Nine prägten ihre Direktheit, während Duffy und Amy Winehouse ihr gleichzeitig Soul und Pop näherbrachten. Diese unterschiedlichen Einflüsse hört man bis heute: Auch wenn Tracks wie „ASCH AB“ oder ihr bisher größter Song „ZERSPLITTER DEIN GLAS“ deutlich aus dem Rap kommen, bewegt sich Julie längst selbstverständlich durch verschiedene Sounds.
„French Toast“ schlägt nun eine deutlich jazzigere Richtung ein. Eine federnde Melodie, verspielte Vocals und Sing-Along-Momente machen aus dem Song den Soundtrack für einen Kater, der sich wenig nach Selbstmitleid anhört. Statt mit zugezogenen Vorhängen im Bett zu verschwinden, macht Julie aus dem Hangover lieber eine kleine Afterparty am Frühstückstisch – French Toast inklusive.
Dazu passt auch das Musikvideo, das im Berliner Restaurant Coccodrillo gedreht wurde. Gemeinsam mit Choreografin Katharina Halweg entstand dafür eine beschwingte Jazz-Choreografie. Und vielleicht zeigt „French Toast“ gerade deshalb ziemlich gut, wohin Julie will: nicht vom Rap zum Pop oder jetzt plötzlich zum Jazz, sondern an einen Punkt, an dem weniger das Genre als ihre eigene Stimme den Wiedererkennungswert liefert.
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