Empfehlung des Tages: Kaiser Chiefs – Burning In Flames
„Kaiser Chiefs‘ Easy Eighth Album“ prangt als Stempel auf dem Cover – und das so schwarz auf weiß (oder in diesem Fall blau auf weiß) zu lesen, stimmt damit einige von uns schon etwas nostalgisch: Acht ist schließlich eine ordentliche Anzahl an Alben, da muss man sich selbst vor Augen führen, dass die ersten Singles der Kaiser Chiefs wie „I Predict A Riot“ vor 20 Jahren erschienen. Und auch wer den bald darauffolgenden „Rubyrubyrubyrubyyyy“-Ohrwurm immer noch nicht aus den Gehörgängen bekommen hat, dürfte sich über frischen Wind bei der britischen Indie-Rock-Band freuen. Vorfreude auf eben jenes achte Album macht nämlich der Vorbote „Burning In Flames“.
Die Disco Chiefs
Allzu nostalgisch sollte man dann doch nicht sein – zumindest nicht für den Indie-Rock der Class of 2005, zu der die Kaiser Chiefs damals gehörten. Davon ist nämlich, zumindest auf den Singles, nicht mehr so viel zu hören. Außer: Die Tanzbarkeit. In „Burning In Flames“ trifft eine groovig schaukelnde Bassline auf rasante Streicher; eine Mischung, die fast an 70er-Disco-Acts wie Boney M. erinnert (ich meine: Hört nochmal „Daddy Cool“ oder „Rasputin“ zum Vergleich!).
Und Tanzbarkeit war auch eindeutig das Ziel, schließlich sitzen hier Pop-Produzenten Amir Amor und Leroy Clampitt an den Reglern, die bereits mit Artists wie Sam Smith, Madison Beer oder Justin Bieber arbeiteten. Der Chic-Gitarrist Nile Rodgers, der ja schon beispielsweise „Random Access Memories“ von Daft Punk mit Funk infizierte, ist auf dem achten Album der Kaiser Chiefs ebenfalls mit von der Partie.
Reparieren, was kaputt ist
Dass ein achtes Album nicht immer „easy“ herausflutscht, ist klar, und die lange Band-Historie reflektieren die Kaiser Chiefs in „Burning In Flames“ auch in den Lyrics. Zum Song folgt diese Erklärung: „Über 20 Jahre in einer Band zu sein ist nicht so einfach, wie wir es aussehen lassen. […] Es sind nicht mehr viele Bands aus den frühen 2000ern übrig und deswegen scheint es wahrscheinlich manchmal so, als sei es das nicht wert. Aber wenn dein Lieblingsspielzeug kaputt ist, wirfst du es nicht weg, du reparierst es.“ Damit wirkt das Statement auf dem Cover, „Kaiser Chiefs‘ Easy Eighth Album” geradezu ironisch – und das ist nicht nur eine Beschreibung, sondern auch tatsächlich der Titel der Platte. Diese erscheint am 1. März.
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