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Empfehlung des Tages: Kay Shanghai – Schwänze seit der Schulzeit

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In Nordrhein-Westfalen und Club-Deutschland ist Kay Shanghai als Betreiber des Hotel Shanghai weitläufig bekannt. Mitte der 2000er eröffnet er den Club in der Steeler Straße in Essen und schafft damit sichere Räume für Subkulturen und sexuelle Gesinnungen aller Art. Homo- oder Transfeindlichkeit, Mackertum und andere rückschrittliche Verhaltensweisen haben in seinem Club seit jeher keinen Platz. Diesen Safespace möchte der Clubbesitzer nun ausweiten und wagt sich in völlig neue Gewässer. Er tritt selbst auf die Bühne – und feiert mit „Haram“ sein Debüt als Rapper. 

Kay Shanghai ist der erste offen schwule Rapper der Deutschrap-Szene und geht in seiner Musik sehr frei mit seiner Sexualität um. So dreht sich die Single „Ananas“ um das steinalte Gerücht, dass 1,5 Liter Saft von besagter Frucht den Geschmack von Sperma süßlich werden lässt – und der Essener reichlich von diesem trinkt. „Schwänze seit der Schulzeit“ kommt nun – der Titel lässt es bereits erahnen – ähnlich obszön daher. „Ich steh auf Schwänze seit der Schulzeit“, verrät der Rapper in der Single und thematisiert auch in diesem Song gewohnt offen und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen das Thema Schwulsein.

Kay Shanghai – Schwänze seit der Schulzeit

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Im Video zum Song ist der Rapper – passend zum Titel – in einer Schule. Vor der Tafel auf dem Lehrerpult sitzend performed er seinen neuen Track vollkommen selbstbewusst und mit seinem üblichen Augenzwinkern. Textlich spielt sich „Schwänze seit der Schulzeit“ zwischen der Verklemmtheit seines Gegenübers und seiner eigenen offen zur Schau gestellten Sexpositivität ab und macht freundlich, aber vehement klar, dass es nichts an der Lebensweise von Kay Shanghai auszusetzten gibt. Verführerisch und flirty gleitet Kay über den elektronischen Garage-Beat und lässt dabei zu keinem Zeitpunkt erahnen, dass er neu in diesem Rap-Game ist.

Kay Shanghai trägt sein Herz auf der Zunge und geht somit als wichtiges Vorbild voran.  Mit der Leichtigkeit und Offenheit, mit der er seine Homosexualität in den Deutschrap integriert, hat der Rapper das Zeug einen Paradigmenwechsel einzuleiten, den der oftmals nach wie vor homophobe Deutschrap dringend nötig hat.

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