Empfehlung des Tages: KITSCHKRIEG, MilleniumKid, Domiziana – Sommerregen
Das Wort „Sommerregen“ löst sofort ein ganzes Kopfkino aus: Schwere, warme Tropfen auf erhitzter Haut, süßlich-erdiger Petrichor und eine Urlaubsromanze. Doch MilleniumKid und Domiziana lassen die rosarote Brille zu Hause. In Zusammenarbeit mit Kitschkrieg vertonen sie auf „Sommerregen“ nämlich die unterkühlte Distanz zwischen zwei Menschen. Der Track dient nach der Single „Nichts mehr“ mit Ennio als zweiter Vorgeschmack auf das Album „KitschKrieg Zwei“, das am 29. Mai 2026 erscheint.
Der Einstieg gehört dem Gießener Künstler MilleniumKid, der mit roher Stimme und einer sanften Klavierbegleitung den emotionalen Ton bestimmt, bis wir von Kitschkriegs ikonischem Producer-Tag wachgerüttelt werden. Sie steuern Trademarks wie Synths und Moll-Akkorde bei, verzichten in „Sommerregen“ jedoch auf für die restliche Platte angekündigte harten Four-on-the-floor-Beats. Stattdessen steht auf ruhigeren Beats der Kummer im Fokus wenn MilleniumKid singt: „Und du sagst, du willst mich nicht, dann schreibe ich eben ohne dich mein eigenes Liebesgedicht / und du sagst, du liebst mich nicht, dann werde ich eben extra für dich ganz kalt.“
Auch in dessen Refrain wird klar, dass einstige Wärme längst einer inneren Taubheit gewichen ist: „Sommerregen auf deiner Haut, träumst vom Winter unterm Blau sag‘ spürst du das auch? Kalter Regen auf deiner Haut, träumst vom Sommer im kalten Grau, sag frierst du nicht auch?“ Domiziana antwortet darauf im zweiten Teil mit klarer Stimmgewalt. Das Gesicht des deutschen Hyperpops räumt mit der Illusion einer einstigen Verbundenheit auf: „Wirfst mir vor, ich würde mich nur betäuben, wohin willst du zurück? Waren nie Freunde. Jetzt ist es so kalt, es fühlt sich so an, so als ob der Sommer nie da war.“ Mit einer musikalisch wie textlich derart starken Kombi wächst die Vorfreude auf das anstehende Album noch einmal ein bisschen mehr.
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