Empfehlung des Tages: Kollektiv22 – privileg privileg
Lange blieb es still um das Hamburger Kollektiv22, das sich in einer durchzechten Nacht gegründet hat und sich mit den Worten: „Energie, Chaos, Freundschaft, Leidenschaft, Liebe, Vagabunden und Sehnsucht“ beschreibt. Jetzt sind sie wieder mit lyrischer Eloquenz und einem Sound zwischen Hip-Hop und Akustik-Elementen zurück.
Kollektiv22 – privileg privileg
Bei „privileg privileg“ gibt es statt des Mercedes den Fiat 500 und statt bissigem Kampfhund einen süßen Chihuahua. Damit zeichnet die unter rosafarbenen Sturmhauben versteckte siebenköpfigen Truppe zusammen mit queeren Balletttänzern ein Gegenbild zu den sonst oft klischeehaften, protzigen Hip-Hop-Videos. Im Vordergrund steht also nicht die Zur-Schau-Stellung von Reichtum, sondern, ganz im Gegenteil, die Frage, ob Luxus nicht geteilt werden sollte.
„Mit ‘nem Chai in der Hand / Privileg Privileg / Zusehen wie die Welt untergeht“.
Die Band sagt zu ihrer neuen Single: „Hätten Tom und Daniel sich nicht in einer Theaterproduktion monatelang mit der Frage beschäftigt, wie der Kapitalismus den Rechtsruck fördert, wäre sicherlich nie der Song „privileg privileg“ entstanden. Die humanen Katastrophen an jedem Ende der Welt und wir mitten im Konsumluxus aus Plastik. Darum geht’s.“
Dass eine Theaterproduktion den Ausgangspunkt bildete, ist kein Wunder, denn die Kollektiv-Mitglieder sind neben der Musik noch in vielen anderen künstlerischen Bereichen tätig. Jetzt gibt’s aber wieder einen Fokus auf die Musik, die sich beim Kollektiv22 immer zwischen melodischem Sing-Sang und Rap einpendelt. Auf die erste neue Single folgt dann im August die EP.
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