Empfehlung des Tages: Lent – Atem
Schon Haftbefehl verkündete 2015 auf seiner FFM-Hymne „069“: „Warum kommt das Album denn schon wieder im Winter? / Das ist Räuber-Musik und da wird’s früher dunkel / Was ‘ne Frage, behindert?“. Ein Zitat, das heute längst ikonisch ist und scheinbar auch Lent als Credo dient. Denn wenn die Tage am kürzesten und kältesten sind, droppt der Rapper aus Linz jedes Jahr aufs Neue den passenden Soundtrack. So erschien letzte Woche die frostige EP „Warte nicht auf mich“, die neben bereits bekannten Singles auch das Highlight „Atem“ enthält.
Unterkühlter Trap aus Österreich
Produziert wurde die EP wie immer von Damian Beats, Lents älterem Bruder. Für „Atem“ versorgt er ihn mit einem dieser unterkühlten Trap-Beats, für die man das Gespann inzwischen auch über Österreich hinaus kennt. Darauf performt Lent mit einem melodischen Sing-Sang-Flow, der mehr an Vorbilder aus den USA oder Frankreich erinnert, als an seine Deutschrap-Kolleg:innen. So entsteht wieder diese ganz eigene Atmosphäre, die das Geschwister-Duo seit seinen vor knapp sechs Jahren auszeichnet – und alle die im Winter eben doch lieber Räubermusik als Weihnachtssongs hören, dürften spätestens jetzt versorgt sein.
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