Empfehlung des Tages: Leoniden – umami
Mit „umami“ zeigen die Leoniden eine deutlich andere Seite als auf den bisherigen Singles ihres kommenden Albums. Statt auf einen großen Refrain und die übliche Live-Ekstase setzt die Kieler Band in dem Song auf eine Struktur, die sich immer weiter hochschraubt und dabei fast etwas Unruhiges entwickelt. Sänger Jakob Amr, der „umami“ selbst als seinen Lieblingssong auf dem neuen Album bezeichnet, nutzt diesen Sog für ein Gedankenexperiment über Realität, Inszenierung und die Frage, wann Gefühle eigentlich „echt“ werden. Ausgangspunkt ist ein Kinobesuch: Wir wissen, dass Schauspieler:innen nur Rollen spielen – und trotzdem können ihre Emotionen bei uns etwas sehr Reales auslösen.
Von dort aus wird die Frage größer: Was, wenn auch unser eigenes Leben aus Rollen besteht, die erst durch die Wahrnehmung anderer Bedeutung bekommen? „Everything’s worthless if it is not seen / By a sensitive audience“, singt Amr und führt diesen Gedanken bis zu einem beklemmenden Punkt weiter. Dadurch wird „umami“ zu einem Song über das Bedürfnis, gesehen zu werden, und die Unsicherheit darüber, was von einem selbst übrig bleibt, wenn niemand zuschaut. „umami“ ist die dritte Single aus dem Album „If You Say Forever One More Time, I’ll Remind You That We Die“, das am 1. Januar 2027 erscheint.
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