Empfehlung des Tages: Levin Liam, Cato – Gleich
Song um Song singt sich Levin Liam tiefer in die Herzen seiner Fans – vor allem wenn sie so gefühlvoll sind wie seine neuste Single „Gleich“. Innerhalb der Rapwelt beansprucht der Wahlhamburger eine Nische zwischen Beats und Poesie für sich, die wir so noch nicht kannten. Levin Liam kann nicht nur Rappen und singen, sondern vor allem unheimlich gut texten. Mit Sätzen wie „Warum fühlen alle anderen immer das, was ich nicht fühl“ („Ich hab dich“) und „Nein ich will nicht, dass du klein bleibst. Doch bitte wachs nicht über mich hinaus“ („Gleich“) fängt er die Gedanken und Ängste einer Generation ein, die nicht so richtige weiß, wo sie hingehört.
Schon mit vorherigen Veröffentlichungen zeigte der gebürtige Berliner, dass in ihm eine nachdenkliche Seele schlummert. „Gleich“ ist nun der endgültige Beweis dafür und zudem ein bittersüßes Liebeslied. Über einem von Cato produzierten Instrumental, das von atmosphärischen Synths und Klavierchords getragen wird, findet sich Levin Liam in einem Zwiespalt zwischen Stillstadnd und Veränderung: „Versprichts du mir, dass du gleich bleibst? / Nur solang ich noch mit dir zu zweit bleib / Ohne Zwang“.
Im Juli 2022 veröffentlichte der Newcomer sein Tape „Levin Liam Leaks 2022“ – in Echt auf Kasette! Wer das Tape in all seiner Pracht in den Händen hielt, der fand darauf insgesamt 13 Songs (16 auf Bandcamp), die sowohl musikalisch als auch thematisch eine bunte Mischung darstellten. Samples aus den Jahren 1962, 2012 oder 2021 und zugleich den unterschiedlichsten Genres bieten eine willkommene Abwechslung im sonst manchmal monotonen Einheitsbrei des Deutschraps. Hinzu kommen spannende Lyrics, die zwischen zusammenhangslosen Gedankenfetzen, belanglosen Alltagsbeobachtungen und poetischen Liebesgedichten taumeln. Doch so langsam wird es unserer Meinung nach Zeit, auch einen Langspieler auf Spotify und Co. zu veröffentlichen, so dass wir alle etwas davon haben.
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