Empfehlung des Tages: Lostboi Lino – Designer
Wir stecken über beide Ohren tief in der Lostboi Lino Season! Oder besser „Phase“? So heißt das erste richtige Album, dass der selbsterklärte „NuRapper“ am 21. Juli veröffentlichen will. Ein erstes Projekt namens „Lost Tape“ erschien ja bereits 2021 – und klingt heute mit seinen Pop-Punk- und Emo-Einflüssen eigentlich noch zeitgemäßer als damals.
Aber Lostboi Lino ist längst ready für ein Update. Das zeigen die neuen Singles, mit denen sich der Stuttgarter seit Beginn des Jahres wieder zurückmeldet. Da wäre die bewährte Fusion aus Grunge und Trap-Sounds, die Lino uns auf dem Titeltrack „Phase“ oder “Sonnenmond“ um die Ohren schmettert, aber auch ein neues Interesse an den 80ern und ihrem Post-Punk, New Wave und NDW. Davon zeugte kürzlich schon die Single „Formular“ und nun auch Linos neueste Veröffentlichung: „Designer“.
„Designer“ klingt gar nicht so sehr nach dem pompösen Titel, sondern eher als würde sich da zwischen den gefährlich rumorenden Gitarren und Bässen eine Revolution anbahnen. Dieses Aufbegehren äußert sich vor allem in ausgelassenem Hedonismus, trotz oder gerade wegen all dem Scheiß, der drum herum passiert. So stellt Lostboi Lino gleich zu Beginn klar: „Das sind keine Smarties, das ist Rauschgift / Das Wetter wird schön, wenn du aufisst“. Solche Zeilen kickt der Newcomer mit seinem bekannten, laid-back Sing-Sang-Rap. Gemeinsam mit dem bösen Post-Punk-Gegrummel im Hintergrund klingt das dann irgendwie fast wie Peter Fox auf einem Betterov-Instrumental – liest sich ziemlich cursed, kommt aber fett! Mit der Hook geht es dann zurück zu „Nevermind“ und Grunge-Gitarren und zum pessimistischen Manifest: „Keiner denkt, doch jeder ist / Alle kauen, doch keiner isst“.
Hier gibt’s täglich neue Songempfehlungen:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.