Empfehlung des Tages: luisa schweig – rotkreiden mund
Luisa Schweiger ist eine aufstrebende Musikerin aus dem Burgenland in Österreich, die mit ihrem Song „Wiener Tauben“ im vergangenen Jahr bereits einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Damals trifft die 16-Jährige leicht angetrunken den Rapper Churro64 und die beiden basteln im Homestudio vier Monate lang an einem Song herum, der eigentlich nur ein Witz sein sollte. Das Lied, das bewusst das Klischee des performative male Indie-Artists aufgreift, wird zum Hit und hat auf Spotify fast 400 Tausend Aufrufe. Auch in ihrem neuen Release „rotkreiden mund“ spielt sie ironisch mit dem Pathos klassischer Männererzählungen und baut sich ihre eigene, leicht überzeichnete Playboy-Experience.
„Ich red‘ bissi sehr gehetzt.“ sagt Luisa selbstkritisch, wenn sie ihren Sprechgesang in „rotkreiden mund“ beschreibt. Wir würden sagen: Musikalisch trifft im Song ein schneller Rap-Part auf einen weit aufgezogenen Pre-Chorus, bevor der Refrain spürbar anzieht und dem Ganzen einen gehörigen Energieschub gibt. Eine Pause in Form eines pseudotiefgründigen Liebesgedichts in der Mitte setzt dann noch einmal einen bewussten Kontrast: „Liebe Julia, deine Schönheit kann jeder sehen, doch deine Gedichte kann nur ich verstehen.‘“ Wer würde da nicht vor Rührung dahinschmelzen?
Dass der Sound auf Social Media jetzt schon sehr stark performt, überrascht nicht. Mit „rotkreiden mund“ hat Luisa Schweiger auf jeden Fall einen kurzweiligen Indie-Pop-Song aufgenommen, der obendrein ein eigentlich ernstes Thema in wortgewandten Sarkasmus verpackt. Wer jetzt Lust bekommen hat, Luisa live zu sehen, kann sie im April 2026 auf der c/o pop im Rahmen von Zeitfang and Friends sehen.
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