Empfehlung des Tages: Luvre47 – 1000 Nächte
Aufstrebende Musiker:innen tun sich immer wieder schwer, wenn es darum geht nach ihrem initialen Hype den Newcomer-Status abzulegen und eine nachhaltige Karriere aufzubauen. Einer, der genau diesen Prozess mit Bravur vormacht, ist Luvre47. Vor drei Jahren war der Rapper aus Berlin-Neukölln noch einer der ersten Gäste für DIFFUS Untergrund, heute steht eine beachtliche Fan-Gemeinde hinter ihm und nimmt jeden Release mit Begeisterung auf. Sein nächster Schritt um ein etablierter Bestandteil der Deutschrap-Szene zu werden: Sein neues Album „1000 Nächte“.
Während Newcomer-Kollegen wie Pashanim oder Symba sich möglichst rar machen und sich von dem Mythos um ihre Person tragen lassen, schlägt Luvre47 einen anderen Weg ein. Er lässt seine Fans nah an sich heran, versorgt sie mit seinen „G-Logs“ auf YouTube mit Updates aus seinem Leben, insofern er das nicht gerade sowieso in Form von neuen Songs tut. Seinen Output hält der Rapper aus Gropiusstadt nämlich stetig hoch, seit seinen ersten Releases im Jahr 2017 hat Luvre47 bereits fünf EPs und nun mit „1000 Nächte“ sein zweites Album veröffentlicht.
Hörbare Weiterentwicklung
Der Titeltrack eröffnet das neue Projekt und kommt mit einem eigenen Musikvideo. Dieses spielt sich ausnahmsweise mal nicht in den grauen Blocks der Hauptstadt ab, stattdessen windet sich eine einsame Straße durch raue Winterlandschaften, Luvre steht alleine im Nirgendwo. Auch musikalisch fällt die Entwicklung seit seinen Anfängen sofort auf: Luvre47 ist immernoch der Typ für grimmige Trap-Bretter, überrascht uns aber im nächsten Moment mit einem Paula Hartmann-Feature oder kommt mit melodischen Gitarren wie hier bei „1000 Nächte“. Dadurch geht der Song schnell ins Ohr, dabei sind Luvres Zeilen harter Tobak: „Weil ab und an einer die Welt über den Balkon verlässt, schockt dich was selten, wo sich Blocks vor die Sonne stellen“.
Die Geschichten, die Luvre erzählt, umfassen klassische Straßen-Rap-Themen: Kriminalität und Paranoia, Loyalität und Vertrauensbrüche. Trotzdem erscheint diese Narrative nie abgenutzt, sondern immer authentisch aus Luvres Leben in der 47 gegriffen. Seine Heimat Gropiusstadt teilt er sich übrigens mit einem anderen Prominenten: Auch Comedian Felix Lobrecht ist in dieser Ecke von Neukölln aufgewachsen. Er ist bekennender Fan von Luvre47, der auch an seinem kommenden autobiografischen Film „Sonne und Beton“ mitgewirkt hat.
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